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Japan: BoJ bremst Yen-Rally kurzfristig aus


24.01.23 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Einklang mit den Erwartungen stieg die Inflation in Japan im Dezember von 3,8 auf 4,0 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die Kernrate, die frische Lebensmittel exkludiere, habe ebenfalls auf 4,0 Prozent von vormals 3,7 Prozent zugelegt. Aufgrund der anziehenden Inflationsdynamik habe die Bank of Japan ihre Erwartungen für die Kernrate (exkl. frische Nahrung) in den Fiskaljahren 2022 bis 2024 von 2,9/1,6/1,6 Prozent auf 3,0/1,6/1,8 Prozent angehoben.

Am 20. Dezember habe die Bank of Japan zur Überraschung vieler Marktakteure die tolerierte Renditeobergrenze bei zehnjährigen Staatsanleihen von 0,25 auf 0,5 Prozent angepasst. Dies habe Fantasien hinsichtlich einer geldpolitischen Wende beflügelt und die Renditen zwischenzeitlich über die 0,5-Prozent-Grenze geschoben.

Im Zuge der Januarsitzung hätten die Währungshüter ihre Geldpolitik aber unverändert expansiv belassen. Angesichts der höheren mittelfristigen Inflationsraten scheine eine baldige Abkehr von der Renditekurvensteuerung aber zunehmend wahrscheinlich. Fraglich sei, ob dies noch unter dem bis April amtierenden Gouverneur Kuroda erfolgen werde. Kuroda habe sich öfter für eine laxe Geldpolitik ausgesprochen, bis sich der Inflationsdruck verfestigt und in robustem Lohnwachstum widergespiegelt habe.

Die Renditeunterschiede zwischen Japan und der Eurozone beziehungsweise den USA hätten zuletzt wieder abgenommen, sodass sich der Yen auf aktuell 140,93 habe zurückkämpfen können. Auf Sicht von sechs Monaten habe er noch leichtes Potenzial bis EUR/JPY 138. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2023) (24.01.2023/alc/a/a)