Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Hermès, LVMH und Moncler - Luxushersteller behaupten sich - Anleihenanalyse


10.11.22 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien der Luxusbranche eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Obwohl das Unternehmen Rolex SA (Rolex) nicht an der Börse gehandelt werde, sei es ein sehr repräsentatives Beispiel für die Luxusbranche in Sachen Preissetzungsmacht. Rolex erhöhe in regelmäßigen Abständen die Preise der stark nachgefragten Uhren. Am 01.11.2022 habe Rolex die Preise seiner Uhren aufgrund des schwachen Euro um durchschnittlich etwa 5 Prozent erhöht. Diese Preiserhöhung sei schon die zweite im Jahr 2022 gewesen, nachdem bereits zum 01.01.2022 die Preise für beliebte Modelle um etwa 10 Prozent und im Schnitt um 3,5 Prozent gestiegen seien. Vor dem Jahr 2022 habe es die letzte Erhöhung im Januar 2020 gewesen. Ein konkretes Beispiel für die Preisentwicklung eines der beliebtesten Modelle der Rolex sei die "Submariner", deren Preis sich seit dem Jahr 2000 fast vervierfacht habe.

Die Preise der Uhren hätten sich auf dem Sekundärmarkt (Grau- und Gebrauchtmarkt) in den letzten Jahren sogar so stark entwickelt, dass Uhrenliebhaber und Spekulanten dort wesentlich mehr als den Listenpreis zu zahlen bereit gewesen seien. Zwar seien die Preise auf dem Sekundärmarkt dieses Jahr etwas gesunken, allerdings würden sie sich bei den beliebten Modellen immer noch deutlich über dem Listenpreis bewegen.

Dieses Phänomen sei nicht nur in der Uhrenbranche zu beobachten. Ein weiteres Beispiel sei die Hermès Birkin Bag. Das Unternehmen Baghunter habe eine Studie für die Preisentwicklung der Hermès Birkin Bag über den Zeitraum von 1980 bis 2015 erstellt. Die Preise seien in diesem Zeitraum demnach im Schnitt um 14,2 Prozent gestiegen.

Die hohe und anhaltende Inflation setze nicht nur die Konsumenten sondern auch Unternehmen vor Herausforderungen. Jedoch seien nicht alle Unternehmen von einer zunehmenden Geldentwertung gleichermaßen betroffen. Einige Konzerne würden der Inflation mit ihrer Preissetzungsmacht trotzen. Preissetzungsmacht sei die Fähigkeit, gestiegene Preise der Zulieferer und Produktion an Kunden weiterzugeben, ohne Umsatz einzubüßen. Durch die Weitergabe der gestiegenen Kosten könnten Margen und Gewinne beibehalten werden. Es gelte, je mehr Wettbewerb desto schwieriger die Weitergabe der Kosten. Unternehmen, deren Produkte nicht durch andere Produkte ersetzt werden könnten, würden stabiler nachgefragt bleiben. Eine Folge dessen sei, dass Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht in Krisenzeiten besser abschneiden sollten als Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht.

Der Werterhalt der Produkte sei ein Faktor, der dazu führe, dass Kunden das Produkt auch in Krisenzeiten kaufen würden. Uhren von Rolex oder limitierte Designertaschen seien ein Beispiel für Produkte, die wie Gold als krisenfest betrachtet würden. Marken wie Louis Vuitton und Hermès würden ihre Waren nicht reduzieren. Zudem würden die Produkte dieser beiden Marken auch nur über eigene Vertriebswege verkauft und somit werde sichergestellt, dass die Produkte nicht zu reduzierten Preisen verkauft würden. Auch würden die Marken keinen Reputationsschaden durch Rabatte erleiden. Kunden könnten sich stets sicher sein, dass die Produkte nach dem Kauf nicht irgendwo günstiger zu haben seien. Dies halte auch die Preise für gebauchte Produkte auf hohem Niveau.

Nicht alle Unternehmen hätten sich in der vergangenen Zeit so gut behaupten können wie Hermès International SCA (Hermès), Moncler S.p.A. (Moncler) und LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE (LVMH). Betrachte man eine graphische Gegenüberstellung der prozentualen Entwicklung der drei Unternehmen und des DAX der letzten fünf Jahre, lasse sich klar erkennen, dass Luxusherstelleraktien die Nase vorne gehabt hätten. Während der DAX innerhalb der letzten fünf Jahre in der Gesamtschau nicht zugelegt habe, hätten die Aktien der drei Luxushersteller in diesem Zeitraum signifikant an Wert gewinnen können. So habe Moncler etwa 80 Prozent, LVMH 151 Prozent und Hermès 201 Prozent an Wert über die letzten fünf Jahre gewonnen. Bain & Company gehe von einem Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent jährlich bis zum Jahr 2025 aus.

Die Ertragsaussichten der Unternehmen Hermès, LVMH, und Moncler hätten für das dritte Quartal gezeigt, dass keine Verlangsamung der Kundenausgaben im Luxussegment zu erwarten sei. So würden die Konzerne planen, die Preise in kommender Zeit weiter anzuheben.

Die Hermès International SCA sei ein französisches Familienunternehmen. Heutzutage produziere und vertreibe das Unternehmen vorwiegend Luxuskleidung und Lederwaren. Unter den Produkten fänden sich Taschen, Schals, Krawatten, Parfüms, Uhren, Schreibwaren, Schuhe, Güte, Handschuhe und Schmuck. Hermès produziere vorwiegend in Frankreich. Hermès schließe sich den positiven Prognosen an. Der Umsatz solle dieses Jahr um 26,6 Prozent von EUR 8,98 Milliarden auf EUR 11,37 Milliarden gesteigert werden und im kommenden Jahr um 12,2 Prozent auf EUR 12,75 Milliarden. Der Gewinn des Jahres 2022 solle gegenüber dem Vorjahr um 27,8 Prozent von EUR 2,49 Milliarden auf EUR 3,16 Milliarden steigen. Im Jahr 2023 sei eine Gewinnsteigerung von 27,9 Prozent auf EUR 3,56 Milliarden geplant.

LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE sei der Branchenführer der Luxusindustrie. Das Unternehmen produziere und verkaufe Weine, Cognac, Parfüm, Kosmetik, Taschen, Lederwaren, Uhren und Schmuck. LVMH plane den Umsatz im Jahr 2022, verglichen zum Jahr 2021, von EUR 64,22 Milliarden auf EUR 78,39 Milliarden um 22,1 Prozent zu steigern. Für das Jahr 2023 sei ein Umsatzwachstum von 8,2 Prozent auf EUR 84,80 Milliarden geplant. Die Gewinne wolle das Unternehmen auch stetig steigern. So sollten die Gewinne dieses Jahr um 18,5 Prozent von EUR 12,03 Milliarden auf EUR 14,54 Milliarden steigern. Im kommenden Jahr seien weitere 18,80 Prozent Wachstum auf EUR 15,96 Milliarden geplant. Der Großteil der Umsätze werde in Asien erwirtschaftet.

Moncler S.p.A. sei ein italienisches Mode-Bekleidungsunternehmen mit französischen Wurzeln. Das Unternehmen produziere und vertreibe vorwiegend Luxuskleidung und Accessoires. Moncler wolle den Umsatz dieses Jahr um 24,5 Prozent von EUR 2,05 Milliarden auf EUR 2,55 Milliarden und im kommenden Jahr um 10,9 Prozent auf EUR 2,83 Milliarden steigern. Der Gewinn solle um 22,3 Prozent von EUR 0,38 Milliarden auf EUR 0,57 Milliarden steigen. Im Jahr 2023 sei eine Steigerung von 21,1 Prozent auf EUR 0,6 Milliarden geplant.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VV83DG4 / WKN VV83DG) auf Hermès (ISIN FR0000052292 / WKN 886670), LVMH und Moncler. Der Kupon sei auf 12,75% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 15.09.2023, fällig sei die Anleihe am 22.09.2023. Der Zeichnungsschluss sei am 21.11.2022. (Stand: 10.11.2022, 10:33)

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko/Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 09.11.2022) (10.11.2022/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
102,17 € 101,83 € 0,34 € +0,33% 30.11./12:37
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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