Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley - Krisengewinner? Anleihenanalyse


21.11.22 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist sind Aktien von Goldman Sachs, J.P. Morgan Chase und Morgan Stanley eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Derzeit würden Banken weltweit im Bereich des Kreditgeschäfts an den bisher gestiegenen Zinsen profitieren. Vor allem die US-Amerikanische Zentralbank (FED) habe im Kampf gegen die Inflation zuletzt immer wieder und in kurzen Abständen große Zinsanpassungen vorgenommen. Welche Folgen könnte dies auf die Geschäftsentwicklung der US-Großbanken haben?

Im historischen Eiltempo habe die US-Zentralbank den Leitzins seit Jahresbeginn von einer Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent auf inzwischen 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Das prognostizierte Ende der Erhöhungen solle im Jahre 2023 in einer Spanne von 4,75 bis 5,00 Prozent liegen (Stand 15.11.2022). Grund für den raschen Anstieg sei die ebenfalls auf historisch hohem Niveau verweilende Teuerungsrate, welche abgemildert werden solle.

Bei derartig hohen Zinsschritten gelte es potenzielle Auswirkungen auf die Wirtschaft abzuwarten, welche in der jüngsten Vergangenheit bereits zwei Rückschläge zu verzeichnen gehabt und an Wachstum eingebüßt habe: Geopolitische Konflikte, Lieferkettenprobleme und der Arbeitskräftemangel würden die Konjunktur zusätzlich belasten. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die Auswirkungen von Zinserhöhungen verzögert auf die Inflationsrate gewirkt hätten. Würden die Zinsen zu schnell erhöht und die Auswirkungen auf die Inflationsrate nicht abgewartet, könne es passieren, dass die Wirtschaft mehr als nötig ausgebremst werde, obwohl geringere Zinserhöhungen möglicherweise genügt hätten. In den USA seien die Stimmen, die vor zu schnellen Zinserhöhungen gewarnt hätten, immer lauter geworden. Die FED habe bei der letzten Sitzung signalisiert, das Tempo in Zukunft zu reduzieren. Demzufolge seien zwar weitere Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation angemessen, jedoch müsse dabei auf die wirtschaftlichen Auswirkungen Rücksicht genommen werden. Dies sei von den Märkten als positives Signal gewertet worden.

Der nächste Zinsentscheid werde bei der Sitzung der FED am 14.12.2022 verkündet. Hier würden laut dem CME Foodwatch Tool eine Erhöhung des Leitzinses um 50 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 85,4 Prozent und eine Erhöhung um 75 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 14,6 Prozent angenommen (Stand 16.11.2022). Die Tendenz zur Erhöhung des Leitzinses um lediglich 50 Basispunkte sei besonders durch die kürzlich veröffentlichten Erzeugerpreise der USA getrieben worden, da diese die Verbraucherpreise beeinflussen würden. Die Erzeugerpreise hätten zum vierten Mal in Folge eine Abschwächung verzeichnen können. Diese Entwicklung sei positiv zu werten, da Banken unter einer einbrechenden Wirtschaft leiden würden. Darüber hinaus könnten zu schnelle und zu hohe Zinsschritte dazu führen, dass das Kreditausfallrisiko steige. Dies wiederum hätte zur Folge, dass Banken mehr Kapital zurückstellen müssten, um sich abzusichern.

Das aktuelle Umfeld stelle die Banken vor Herausforderungen. Bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen habe das Investmentbanking in der Branche zuletzt Rückgange verzeichnet, die jedoch durch das höhere Zinseinkommen meist kompensiert worden seien. Die Zinserhöhungen durch die FED hätten den Banken verholfen Margen im Zinsgeschäft auszubauen, was die Erwartungen für das Jahr 2022 habe steigern können. Zum einen habe das Kerngeschäft profitabler werden können, zum anderen aber wirke die leicht abschwächende Nachfrage nach Krediten dem entgegen. Für Banken gehe die Tendenz unter den veränderten Rahmenbedingungen wohl vom starken Volumengeschäft in der Niedrigzinsphase zum risikoadjustierten Margengeschäft. Hierdurch würden sich die Betriebsergebnisse unter Umständen halten beziehungsweise steigern können.

Banken seien in der Lage, den höheren Leitzins an Kreditnehmern in Form von steigenden Kreditzinsen in Rechnung zu stellen. Dies würden unter anderem Goldman Sachs, Morgan Stanley und J.P. Morgan planen, im kommenden Jahr unter Beweis zu stellen. Goldman Sachs wolle die Nettozinseinnahmen in diesem Jahr um 17,2 Prozent auf USD 7,6 Milliarden und im kommenden Jahr um weitere 12,5 Prozent steigern. J.P. Morgan sei es bereits dieses Jahr gelungen, die Nettozinseinnahmen um 25,2 Prozent auf US 65,5 Milliarden zu steigern. Im kommenden Jahr sollten diese Einnahmen nochmal um 13,1 Prozent gesteigert werden. Morgan Stanley plane dieses Jahr eine Steigerung der Nettozinseinnahmen von 18,6 Prozent auf USD 9,5 Milliarden und im kommenden Jahr um weitere vier Prozent.

Goldman Sachs: Betrachte man das letzte Quartal mit dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres lasse sich Folgendes beobachten: Der Umsatz habe mit einem Rückgang um zwölf Prozent von USD 13,6 Milliarden auf zwölf Milliarden US-Dollar nicht gesteigert werden können; dieser solle jedoch im kommenden Jahr um sechs Prozent wachsen. Bei den Gewinnen verhalte es sich ähnlich. Auch hier sei ein Rückgang im letzten Quartal - verglichen mit dem Vorjahresquartal - um 43 Prozent von USD 5,4 Milliarden auf USD 3,1 Milliarden verzeichnet worden. Im kommenden Jahr plane das Unternehmen, den Gewinn um neun Prozent zu steigern. Besonders das schwache Investmentbanking sei für die Umsatzrückgänge verantwortlich. Dennoch seien die Gewinnerwartungen um 6,2 Prozent übertroffen worden.

Morgan Stanley habe im Quartalsvergleich einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent von USD 14,8 Milliarden auf USD 13 Milliarden zu verbuchen. Im kommenden Jahr solle der Umsatz um vier Prozent gesteigert werden. Die Gewinne des Unternehmens seien im Quartalsvergleich um 29 Prozent von USD 3,7 Milliarden auf USD 2,6 Milliarden gesunken und hätten die Erwartungen damit um 3,3 Prozent unterschritten. Im kommenden Jahr werde eine Gewinnsteigerung von acht Prozent erwartet. Auch bei Morgan Stanley sei vorwiegend das Investmentbanking Ursache für die schwachen Ergebnisse gewesen.

Der Umsatz im letzten Quartal sei bei J.P. Morgan im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent von USD 30,4 Milliarden auf USD 33,5 Milliarden gestiegen. Für das kommende Jahr werde, trotz des nicht einfachen wirtschaftlichen Umfeldes, eine Steigerung von acht Prozent erwartet. Die Gewinne seien im Vergleichszeitraum von USD 11,7 Milliarden auf USD 9,7 Milliarden um 17 Prozent gesunken, aber die Erwartungen hätten um 6,6 Prozent übertroffen werden können. Im kommenden Jahr solle der Gewinn um zehn Prozent steigen. Die Ergebnisse seien vorwiegend, neben dem schwachen Investmentbanking, durch Rückstellungen für Kreditverluste zu begründen.

Neben den Krediteinnahmen seien die Einnahmen aus dem Investmentbanking-Bereich und dem Asset-Management-Bereich nicht zu vernachlässigen. Diese würden jedoch in der derzeit bestehenden volatilen Kapitalmarktphase leiden. Die US-Zentralbank sende Signale, bei den kommenden Zinserhöhungen in Zukunft auf die Wirtschaft zu achten. Darüber hinaus seien bereits durch rückgängige Energiepreise, sowie rückläufige Teuerungsraten disinflationäre Tendenzen zu erkennen, die der FED die Notwendigkeit nehmen dürften, weiterhin stark auf die Bremse zu treten. Diese Aussichten könnten die Wirtschaft beflügeln, eine Rezession abwenden und somit darauf hindeuten, dass die schwierigsten Monate der Vergangenheit angehören würden. Nach den aktuellen Prognosen könnten Banken unter Umständen durch das gestiegene Zinsniveau mit dem Margengeschäft weitere Erträge erwirtschaften und das Investmentbanking könnte die Ergebnisse weniger stark belasten oder sogar etwas an Wachstum verzeichnen.

Anlegerinnen und Anleger könnten durch die 8,25% p.a. Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf Goldman Sachs, J.P. Morgan Chase und Morgan Stanley an der Entwicklung in der Banken-Branche partizipieren. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 15.12.2023, fällig sei die Anleihe am 22.12.2023. Der Zeichnungsschluss sei am 05.12.2022. (Stand: 21.11.2022, 10:00)

Zu beachten: In dieser Information sind Angaben enthalten, die sich auf künftige Wertentwicklungen beziehen. Derartige Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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Währungsrisiko: Da die Währung des zugrunde liegenden Index US-Dollar ist und der Index Aktien und Wertpapiere enthält, die in Nicht-Euro Währungen notieren (z.B. US-Dollar), hängt der Wert des Zertifikats auch vom Umrechnungskurs zwischen der jeweiligen Fremdwährung (z.B. US-Dollar) und Euro (Währung des Zertifikats) ab. Dadurch kann der Wert des Zertifikats (in Euro) über die Laufzeit erheblich schwanken.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko/Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 17.11.2022) (21.11.2022/alc/a/a)
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