Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen - Neue Batteriegeneration - Anleiheanalyse


03.11.22 09:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von BMW und Mercedes-Benz Group sowie die Volkswagen-Vorzugsaktie eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Elektroautos würden immer beliebter, da sich Ladedauer und Reichweite verbessern würden. BMW plane für ihre neue Plattform eine neue Batteriegeneration einzuführen.

Für Käufer habe sich das Angebot an E-Autos erfreulich entwickelt, da die Modellauswahl in den letzten Jahren stetig angestiegen sei. Damit E-Autos massentauglich würden, bedürfe es noch weiteren technologischen Fortschritts; Ladedauer, Reichweite und Effizienz müssten weiter verbessert werden. Der deutsche BMW-Konzern plane bis zum Jahr 2025 eine neue Batteriegeneration einzuführen, deren Herstellungskosten auch deutlich günstiger ausfallen dürften.

Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb (E-Autos) halte an. Auch in der Schweiz sei deren Marktanteil in den letzten Jahren gestiegen, was ein Blick auf die Neuzulassungen verrate. Vor fünf Jahren habe der Anteil rein elektrischer Fahrzeug-Neuzulassungen bei fast 2 Prozent gelegen, während es in den ersten neun Monaten im laufenden Jahr schon fast jede sechste Neuzulassung gewesen sei (Auto Schweiz, 2022). Die Schweiz sei zwar kein großer Absatzmarkt, dennoch spiegele sich die allgemeine Tendenz der Automobilindustrie darin wider.

In Deutschland habe der Anteil der Neuzulassungen desselben Antriebstyps seit Jahresbeginn knapp 15 Prozent betragen. Fünf Jahre zuvor sei dieser Anteil mit 1 Prozent fast vernachlässigbar gewesen. In den USA sei der elektrische Antrieb mit einem Marktanteil von knapp 5 Prozent weniger verbreitet, zeige aber dennoch eine wachsende Konsumentennachfrage.

Für die steigenden Absatzzahlen gebe es mehrere Gründe. Viele Hersteller hätten das Angebot erweitert und würden potenzielle Käufer vor eine größere Auswahl stellen. Habe es in der Vergangenheit wenige Modelle gegeben, so reiche das Angebot von Geländewagen, Luxuslimousine oder Sportwagen bis hin zum kompakten Kleinwagen. Zudem bestehe auch ein finanzieller Anreiz, da der Kauf eines E-Autos in vielen Ländern durch Rabatte oder Prämien unterstützt werde.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt sei der technologische Fortschritt. Verbrennungsmotoren seien seit mehr als einer Dekade massentauglich und seien kontinuierlich weiterentwickelt worden. Heute sei diese Antriebsform noch immer die beliebteste Wahl bei Neufahrzeugen.

Im Gegensatz dazu seien E-Autos noch selten auf der Straße anzutreffen. Bis der Durchbruch zur Massentauglichkeit erfolge, gebe es in mehreren Bereichen Entwicklungsbedarf. Aus der Angebotssicht seien die bisher erhältlichen Modelle meist im Mittel- bis Hochpreissegment angesiedelt.

Ein essenzieller Bestandteil eines E-Autos sei die Batterie. Davon hänge maßgeblich auch die Reichweite ab. Je nach Fahrzeugmodell bewege sich die Reichweite heutzutage in einer Spanne von 100 bis 600 Kilometer. Übliche Reichweiten für Verbrennungsmotoren lägen zwischen 600 und 1.200 Kilometern.

Auf Langstrecken sei bei E-Autos eine gewisse Geduld gefragt. Der Ladevorgang dauere an normalen Ladestationen zwischen zwei bis vier Stunden, deutlich länger als der Gang zur Zapfsäule. Allerdings würden einige Modelle über eine Schnelllademöglichkeit verfügen, die die Batterie an einer geeigneten Ladestation innerhalb von 30 bis 60 Minuten vollladen könne. Diese Lademöglichkeiten seien jedoch hauptsächlich an öffentlichen Orten wie Raststätten oder Tankstellen verfügbar.

In den letzten Jahren hätten die Hersteller viel in die Forschung und Entwicklung der Technologien investiert. Das solle auch für die Zukunft gelten, sodass sich die Elektromobilität als massentaugliche Antriebsform etabliere. Beispielsweise werde der Volkswagen-Konzern die Hälfte der Erlöse aus dem Porsche-Börsengang für die Transformation Richtung Elektromobilität und Digitalisierung verwenden.

Die Kernkompetenz der deutschen Automobilbranche liege im Bereich der Verbrennungsmotoren. Oftmals werde erzählt, dass sie den Übergang zur Elektromobilität verschlafen hätten und der amerikanischen und asiatischen Konkurrenz hinterherlaufen würden. Das möge tendenziell der Fall gewesen sein, allerdings hätten sich die Hersteller auch an der tiefen Nachfrage der Kunden orientiert. Mittlerweile habe die deutsche Autoindustrie verstanden, dass sich die Zeiten geändert hätten.

Ein Hersteller, der ganz zu Beginn den Eintritt in die Elektromobilität gewagt habe, sei der deutsche BMW-Konzern gewesen. Im Jahr 2013 sei mit dem "i3" deren erstes E-Auto lanciert worden, ein Jahr nachdem Tesla ein erstes Fahrzeug vorgestellt habe. BMW habe dem Fahrzeug ein neuartiges Design verliehen, nachhaltige und wiederverwendbare Materialien im Innenraum genutzt und die Karosserie aus Carbon gefertigt.

Die Markteinführung des "i3" hätte für BMW einen neuen Abschnitt einläuten sollen und gelte daher als wichtiger Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Der von der Konzernleitung erwartete Erfolg sei jedoch ausgeblieben. Zwar seien im Zeitraum von neun Jahren rund 250.000 Stück verkauft worden, allerdings hätten die Absatzerwartungen nicht erfüllt werden können.

Hohe Kosten hätten aus der Notwendigkeit resultiert, Fahrzeug, Entwicklung und Produktion neu zu gestalten. Es habe eine neue Plattform für E-Autos geschaffen werden müssen, da es im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren einen anderen Aufbau voraussetze. Könne eine Plattform standardisiert und als eine Art Baukasten für verschiedene Modellreihen genutzt werden, könnten beachtliche Synergien erzielt werden.

Obwohl BMW über eine solche Plattform verfügt habe, sei sie nicht wirklich weiterentwickelt worden und es seien keine weiteren Modellreihen hinzugekommen. Die zurzeit angebotenen Elektromodelle würden die bereits existierenden Plattformen der fossilen Antriebsarten nutzen. Dies begründe der Konzern mit der Fähigkeit, flexibel auf die Nachfrage am Markt antworten zu können.

Langfristig plane BMW, wieder eine separate Plattform für E-Autos zu führen. Im Jahr 2025 sollten dann die ersten Fahrzeuge der "Neue Klasse"-Plattform vom Band rollen. Kernstück solle die neue Batteriegeneration sein, die dazu beitrage, Energiedichte, Ladegeschwindigkeit und Reichweite zu verbessern. Bis zum Jahr 2030 solle die "Neue Klasse" für die Hälfte des Absatzes verantwortlich sein. Im letzten Halbjahr habe der Anteil der rein batteriebetriebenen Auslieferungen rund 6 Prozent erreicht (ausschließlich Marke BMW).

Die dafür vorgesehenen Batteriezellen sollten dann eine zylindrische statt der bisherigen rechteckigen Form einnehmen. Zudem erlaube eine modulare Bauweise eine flexible Anpassung je nach Modellreihe.

Auf der Technikseite sollten auch bedeutende Fortschritte im Vergleich zu den bisher verwendeten Zellen erzielt werden. Die Energiedichte, was die Energie pro Gewicht angebe, steige um 20 Prozent. Die Dauer, um einen Schnelladevorgang von 10 auf 80 Prozent durchzuführen, solle um 30 Prozent sinken. Auch die Reichweite solle sich bei gleichbleibender Batteriegröße um 30 Prozent verbessern.

Aus wirtschaftlicher Sicht sollten die Herstellungskosten der neuen Batteriegeneration bis zu 50 Prozent günstiger sein als es die aktuelle Version. Dies sollte helfen, E-Autos preislich auf ein ähnliches Niveau wie die Verbrenner zu bringen.

Die Klimabilanz von E-Autos sei für BMW auch ein wichtiger Aspekt. Im Vergleich zu Verbrennern würden E-Autos während des Fahrens weniger Treibhausgase ausstoßen, allerdings sei der Herstellungsprozess einer Batterie deutlich CO2 intensiver. Außerdem würden Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und Kupfer verwendet, deren Gewinnung ökologische und sozio-ökonomische Herausforderungen mit sich trage.

Um diese Punkte zu verbessern, sollten zu einem gewissen Grad aus einem Kreislauf zurückgewonnene Rohstoffe eingesetzt werden. Weiter habe sich der Konzern verpflichtet, die Herstellung der neuen Batteriezellen ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu bewältigen. Gemäß dem Konzern sollten mit diesen Maßnahmen CO2 Einsparungen von bis zu 60 Prozent gegenüber der aktuellen Generation erzielt werden. Die Nachfrage nach E-Autos steige weiter an. Für viele Hersteller sei die Elektromobilität ein Teil der Zukunft. BMW sei von Anfang an an der Elektromobilität interessiert gewesen, habe allerdings die weitere Entwicklung vernachlässigt.

Mit einer neuen Batteriegeneration plane BMW die ab dem Jahr 2025 erhältliche "Neue Klasse"-Fahrzeugplattform zu lancieren. Diese Batterien sollten gegenüber der heutigen Generation zu erheblichen Verbesserungen in der Ladedauer, Reichweite und Effizienz führen. Der Konkurrenzkampf der Hersteller treibe den technologischen Fortschritt voran, was einen wichtigen Faktor zum Erreichen der Massentauglichkeit darstelle.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 12,50% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VV8JUA9 / WKN VV8JUA) auf BMW, Mercedes-Benz Group und Volkswagen. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 50,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 15.09.2023. (Stand: 02.11.2022)

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. (Ausgabe November 2022) (03.11.2022/alc/a/a)
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