Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Amerikas Tech-Konzerne - Ungewohntes Umfeld - Anleihenanalyse


11.11.22 11:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Alphabet, Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866) und Apple eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Im letzten Jahrzehnt hätten Anlegerinnen und Anleger eine bedeutende Entwicklung eines bestimmten Sektors wahrnehmen können. Die Rede sei von US-amerikanischen Tech-Konzernen, die in dieser Periode stark gewachsen seien und dementsprechend einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung von US-Aktienindices hätten nehmen können.

Trotz der Pandemie seien diese Unternehmen in der Lage gewesen, ihren Wachstumspfad fortzusetzen. Menschen auf der ganzen Welt hätten deutlich mehr Zeit im Netz verbracht, ihr Home-Office mit Hard- und Software eingerichtet und auf den Online-Handel vertraut. Entsprechend sei die Nachfrage nach diesen Produkten bzw. Dienstleistungen gestiegen.

Nun könnte das vergangene Wachstumstempo dieser Unternehmen für die absehbare Zukunft vorerst gestoppt oder zumindest verlangsamt worden sein. Im derzeitigen Umfeld, geprägt von hoher Inflation und steigenden Zinsen, müsse sich ein Großteil der Unternehmen auf eine veränderte Nachfrage einstellen.

Als weltweit größter Anbieter von Digitalwerbung bleibe auch Googles Mutterkonzern Alphabet nicht vom derzeitigen Wirtschaftsumfeld verschont. Unzählige Unternehmen würden online Anzeigen schalten und daher zu Alphabets Kunden zählen. Müsse diese Kundschaft allerdings Kosten sparen, würden oftmals die Marketingausgaben gekürzt. Das Werbegeschäft sei zyklischer Natur.

Alphabets Umsatz setze sich größtenteils aus Werbeeinnahmen zusammen. Im letzten Quartal habe der Konzern fast 80 Prozent des Umsatzes mit Werbung erzielt. Der Werbeumsatz habe in dieser zwar Periode um knapp 2,5 Prozent auf 54,5 Milliarden US-Dollar zulegen können. Allerdings sei das Wachstum im Vergleich zu vorigen Jahren deutlich geringer ausgefallen.

Das Cloud-Geschäft mit einem Umsatz von fast sieben Milliarden US-Dollar falle deutlich kleiner aus. Allerdings wachse dieser Bereich weiterhin - mit einer Wachstumsrate von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Konzernumsatz habe im letzten Quartal um sechs Prozent zugenommen. Abgesehen vom Beginn der Pandemie sei dies das geringste Wachstum seit 2013 gewesen.

Insgesamt habe der operative Gewinn mit 17 Milliarden US-Dollar rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Die operative Marge habe sich um sieben Prozent auf 25 Prozent reduziert. Die Kosten seien um 18 Prozent gestiegen, was u.a. auf einen um ein Viertel gestiegenen Personalbestand und zusätzliche Ausgaben für die Forschung und Entwicklung zurückzuführen sei.

Für Meta, den Betreiber der Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Plattformen, seien Werbeeinnahmen zentral, da 98 Prozent der Umsätze davon abhängen würden. Im letzten Quartal seien diese Einnahmen mit minus vier Prozent leicht rückgängig gewesen. Neben der allgemeinen Zurückhaltung am Werbemarkt sei die Video-Plattform "Tik-Tok" zu einem ernst zu nehmenden Mitstreiter herangewachsen. Zudem führe eine Änderung der Privatsphäre-Einstellung auf Apples iPhones dazu, dass Meta weniger Informationen über seine Nutzer erhalte und somit der Nutzen für Werbende abnehme.

Die Nutzerzahlen auf Metas verschiedenen Plattformen seien indes stabil geblieben. Die Zahl täglich aktiver Nutzer habe um vier Prozent auf 3,7 Milliarden zugenommen, während die monatlichen Nutzerzahlen um zwei Prozent auf knapp drei Milliarden angestiegen seien. Die Nutzerzahlen seien wichtig, da sie einen direkten Einfluss auf die Werbeaktivität und die dazugehörigen Einnahmen hätten. Die Aufrufe von Werbeanzeigen seien um 17 Prozent gestiegen, während sich der Durchschnittspreis einer Anzeige um 18 Prozent reduziert habe.

Der Konzern sehe im Bereich Virtual Reality viel Potenzial und werde dafür weiterhin signifikante Investitionen tätigen. Die Abteilung "Reality Labs" fokussiere sich auf die Weiterentwicklung des "Metaversums". Reality Labs habe im letzten Quartal vernachlässigbar kleine Umsätze (300 Millionen US-Dollar) verzeichnet, was in Kombination mit hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) zu einem Verlust in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar geführt habe.

Die aktuelle Geschäftsentwicklung habe auch Einfluss auf die Profitabilität. Der Gesamtumsatz sei um vier Prozent zurückgegangen, während die Kosten um 19 Prozent gestiegen seien, was größtenteils auf höhere F&E-Ausgaben zurückzuführen sei. Außerdem habe der Personalbestand um 28 Prozent zugenommen, was zu einer um 16 Prozent tieferen Betriebsmarge und einem Rückgang des Betriebsgewinns um 46 Prozent geführt habe.

Das Cloud-Geschäft sei für Microsoft ein wichtiges Standbein und habe rund die Hälfte des Konzernumsatzes verantwortet. Im letzten Quartal habe sich das Wachstum dieses Bereichs auf 20 Prozent reduziert, im Vergleich zu 31 Prozent in der Vorjahresperiode.

Einen stärkeren Rückgang verspüre die Nachfrage nach Software und Spielkonsolen. Die zwei wichtigsten Software-Produkte seien das Windows-Betriebssystem und die weit verbreiteten Office-Anwendungen. Wenn Unternehmen weniger Stellen schaffen und Privatkunden seltener ihre Geräte wechseln würden, reduziere sich auch die Nachfrage nach Software. Die Umsätze des Betriebssystems seien um 15 Prozent gesunken, während sich das Wachstum der Office-Pakete auf sieben Prozent halbiert habe.

Der Umsatz mit eigenen Geräten, dazu würden die "Xbox"-Spielkonsole und das "Surface"-Computer-Angebot gehören, habe um zwei Prozent zu respektive 17 Prozent abgenommen.

Insgesamt habe sich der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um elf Prozent erhöht, was gleichzeitig das schwächste Wachstum seit fünf Jahren dargestellt habe. Der Betriebsgewinn habe sechs Prozent höher gelegen, wobei höhere Marketing- und F&E-Kosten auf die Marge gedrückt hätten. Allerdings habe sich der Reingewinn um 14 Prozent aufgrund von Steuerrücklagen reduziert.

Auch Amazon sei mit "AWS" im Cloud-Geschäftsfeld tätig. Dieser Bereich sei in der Vergangenheit ein wahrer Wachstumstreiber gewesen und sei gleichzeitig für einen Großteil des Konzerngewinns verantwortlich. Der Cloud-Bereich habe 20,5 Milliarden US-Dollar eingenommen, das Wachstum habe sich allerdings gegenüber dem Vorjahr von 39 Prozent auf 27 Prozent verlangsamt.

Bekannt sei der Konzern für seinen Marktplatz, der 83 Prozent zum Gesamtumsatz beitrage, aber deutlich weniger profitabel sei. Die Umsätze in der Region Nordamerika hätten um 20 Prozent zugelegt, während das restliche internationale Geschäft um fünf Prozent zurückgegangen seien. Laut dem Finanzchef spüre der Konzern, dass Kunden weniger Geld für den Konsum ausgeben würden.

Unter dem Strich habe ein Gesamtumsatz von 127 Milliarden US-Dollar resultiert, was ein Wachstum von fast 15 Prozent bedeute. Der Betriebsgewinn habe 48 Prozent tiefer gelegen, was auf eine Erhöhung der Kosten um 18 Prozent zurückzuführen sei. Die Cloud-Sparte habe 5,4 Milliarden zum Ergebnis beigesteuert, während Amazons Marktplatz einen Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar eingefahren habe.

Relativ harmlos scheine das aktuelle Marktumfeld für Apple zu sein. Der Umsatz habe sich mit acht Prozent weniger schnell als der Vorjahreswert von 30 Prozent erhöht. Der Betriebsgewinn habe im letzten Quartal mit rund 25 Milliarden US-Dollar fünf Prozent höher gelegen, wobei sich der Reingewinn leicht auf 20,7 Milliarden US-Dollar verbessert habe.

Das iPhone sei weiterhin die wichtigste Produktkategorie mit knapp der Hälfte des Konzernumsatzes. Das Dienstleistungsangebot beinhalte hauptsächlich Streaming und Videospiele und verzeichne inzwischen den zweithöchsten Umsatzanteil. Dieser Bereich zähle nun über 900 Millionen zahlende Kunden - ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerdem seien zuletzt die Abo-Preise erhöht worden, wodurch die Einnahmen weiter ansteigen dürften.

Anfang September dieses Jahres habe Apple die neue iPhone-Generation vorgestellt. Laut Konzernchef Tim Cook sei die Nachfrage danach hoch, wobei es produktionsbedingt Lieferschwierigkeiten bei den teureren Modellen gebe.

Außer dem herausfordernden Marktumfeld hätten viele Unternehmen, u.a. auch die genannten Tech-Konzerne, mit der Stärke des US-Dollar zu kämpfen. Seit Jahresbeginn habe der US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen an Wert gewonnen. Dies lasse sich am Dollar-Index ablesen, der den Wert des US-Dollar mit Währungen von wichtigen Handelspartnern vergleiche.

Wenn der Wert des US-Dollar steige, seien Umsätze in Fremdwährungen weniger wert, wenn sie wieder in die Konzernwährung zurückgeführt würden. Würden beispielsweise Amazons Währungseffekte ignoriert, läge der Umsatz fünf Milliarden US-Dollar höher.

Für viele Unternehmen sei das aktuelle Marktumfeld eine Herausforderung. Vor kurzem hätten die großen Tech-Konzerne Einblick in den Geschäftsverlauf des letzten Quartals gewährt. Es sei mehrheitlich Wachstum verzeichnet worden, wobei sich dieses verlangsamt habe. Die Nachfrage im Werbemarkt und nach Geräten lasse langsam nach.

Zudem würden die Kosten der Konzerne steigen, da in vorigen Quartalen mehr Personal eingestellt worden sei und Ausgaben für F&E-Tätigkeiten zugenommen hätten. Der starke Dollar sei seit Jahresbeginn ein bedeutendes Hindernis und reduziere das Umsatzwachstum weiter.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VV9JY41 / WKN VV9JY4) auf Alphabet, Amazon.com und Apple. Der Kupon sei auf 9,50% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 50,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 15.09.2023, fällig sei die Anleihe am 22.09.2023. Der Zeichnungsschluss sei am 28.11.2022. (Stand: 11.11.2022, 13:15)

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko/Preisänderungsrisiko: Der Wert des Zertifikats kann während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts fällt.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 10.11.2022) (11.11.2022/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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