Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf AMD, NVIDIA und TSMC - Unabhängigkeit im Halbleitersegment - Anleiheanalyse


12.01.23 10:05
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD) (ISIN US0079031078 / WKN 863186), NVIDIA und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) (ISIN US8740391003 / WKN 909800) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Der Halbleitermangel der vergangenen Monate hat die Abhängigkeit unseres Wirtschaftssystems von Silicium-Chips offengelegt, so die Bank Vontobel Europe AG. Bisher habe die Branche nach dem Paradigma "forschen im Westen, fertigen im Osten" agiert. Branchengrößen wie NVIDIA oder AMD würden daher auf eine eigene Produktion verzichten und diesen Prozess an Auftragsfertiger in Fernost, wie beispielsweise TSMC, auslagern. Doch mittlerweile habe ein Umdenken stattgefunden und vor allem die USA würden versuchen, mithilfe massiver staatlicher Subventionen eine einheimische Fertigungsbranche anzusiedeln.

Spätestens mit dem pandemiebedingten Zusammenbruch der Lieferketten und dem daraus resultierenden Halbleitermangel dürfte sich die Relevanz der Silicium-Chips für das globale Wirtschaftssystem im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit verankert haben. Der damalige Halbleitermangel lasse sich auf ein Zusammenspiel diverser Faktoren zurückführen, welche sowohl die Angebotsseite als auch die Nachfrageseite des Marktes beeinflusst hätten. Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Covid-19-Virus und der damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen sei das Angebot an Halbleitern durch Produktionsausfälle und unterbrochene Lieferketten nahezu zum Erliegen gekommen. Zwar hätten einige Kunden der Chipproduzenten, wie beispielsweise der Automobilsektor, zunächst ihre Aufträge storniert, da auch deren Produktionskapazitäten pandemiebedingt hätten reduziert werden müssen. Dieser entlastende Faktor sei jedoch vom Nachfrageanstieg anderer Branchen wie der Computerindustrie deutlich überkompensiert worden, was den Druck im Halbleitermarkt deutlich erhöht und sich letztendlich auch auf eine Vielzahl von nachgelagerten Industriesegmenten ausgewirkt habe bzw. zum Teil bis heute noch auswirke.

Das soeben beschriebene Szenario, welches sich in dieser Form wahrscheinlich kein zweites Mal wiederholen dürfte, offenbarte zwei Tatsachen, so die Bank Vontobel Europe AG. Einerseits führt der zunehmende Grad an Digitalisierung in einer Vielzahl von Branchen dazu, dass Halbleiter mittlerweile in nahezu allen Bereichen unseres Alltags eine Rolle spielen und somit der Bedarf nicht nur kontinuierlich wächst, sondern sich auf immer mehr Branchen ausweitet, was wiederum den Druck auf der Käuferseite des Marktes tendenziell verstärken dürfte, so die Bank Vontobel Europe AG. Zum anderen habe es den westlichen Wirtschaftsnationen ihre Abhängigkeit vom asiatischen Halbleiterproduktionsstätten deutlich vor Augen geführt.

Insbesondere den USA sei diese Abhängigkeit ein Dorn im Auge. Auf den ersten Blick betrachtet sei die US-amerikanische Halbleiterindustrie weltweit führend. Gemessen am Volumen abgesetzter Halbleiter habe der Marktanteil der USA im Jahr 2021 46 Prozent betragen. Zudem würden US-Branchenvertreter als äußerst wettbewerbsfähig in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie in der Technologie des Fertigungsprozesses zählen, was sich wiederum positiv auf die Umsatzführerschaft der Vereinigten Staaten auswirke. Dies sei jedoch nur eine Seite der Medaille. Denn betrachte man den reinen Fertigungsprozess, also jene Orte, an denen die Halbleiter tatsächlich produziert würden, habe Asien den USA längst deutlich den Rang abgelaufen. 75 Prozent der globalen Fertigungskapazität im Halbleitersegment befinde sich derzeit in Asien - ein Umstand, der nicht unwesentlich von der Tatsache begünstigt worden sei, dass US-Halbleiterhersteller in der Vergangenheit zwar ihr Know-how im Heimatmarkt entwickelt hätten, die Produktion jedoch angesichts niedrigerer Stückkosten nach Asien ausgelagert hätten. Zudem hätten sich mittlerweile einige asiatische Halbleiterhersteller auf den Bereich der Speicher-Chips spezialisiert und die Technologieführerschaft in diesem Segment übernommen.

Um der Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstätten und dem Verlust der Technologieführerschaft im Teilsegment der Speicher-Chips entgegenzuwirken, habe die US-Regierung im Sommer dieses Jahres ein staatliches Subventionsprogramm in Höhe von USD 52,7 Mrd. auf den Weg gebracht. Profitieren von diesen staatlichen Unterstützungen sollten jedoch nicht nur US-Unternehmen, auch ausländische Branchengrößen sollten in die Vereinigten Staaten gelockt werden. Dass diese Strategie bereits erste Früchte trage, zeige das Beispiel TSMC. Der global größte unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte mit Firmensitz in Taiwan errichte derzeit in Arizona ein Produktionszentrum. Der Grundsteinlegung im Dezember des vergangenen Jahres habe sogar US-Präsident Joe Biden beigewohnt - eine Tatsache, die den Stellenwert der Branche verdeutliche. Laut eigenen Angaben plane TSMC zukünftig USD 40 Mrd. in die Errichtung von Produktionsstätten innerhalb der USA zu investieren.

Selbstverständlich hätten auch andere Wirtschaftsräume die strategische Relevanz einer einheimischen Halbleiterproduktion unlängst erkannt und würden ihrerseits versuchen, mithilfe von staatlichen Subventionen die Chipproduktion innerhalb der eigenen Einflusssphäre auszubauen. So habe beispielsweise China verkündet, ein Unterstützungspaket in Höhe von USD 143 Mrd. auf den Weg bringen zu wollen. Die Pekinger Regierung reagiere mit diesem Schritt auf das Halbleiter-Embargo, mit welchem die Volksrepublik durch die USA belegt worden sei. Eben genanntes Embargo verbiete US-Firmen nicht nur die Auslieferung von Hochleistungschips und Maschinen zu deren Fertigung nach China. US-Staatsangehörigen sei es unter Androhung des Entzuges der Staatsbürgerschaft auch untersagt, die Entwicklung und Produktion in entsprechenden chinesischen Werken zu fördern. Vergleichsweise gering erscheine bei solchen Summen das Förderprogramm der Europäischen Union, mit dessen Hilfe EUR 43 Mrd. an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisiert werden sollten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 18,75% Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf AMD, NVIDIA und Taiwan Semiconductor Manufacturing. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 15.12.2023. (Stand: 11.01.2023)

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. (Ausgabe Januar 2023) (12.01.2023/alc/a/a)

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