Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf AMD, Micron, NVIDIA - Investitionen in Halbleiter notwendig - Anleiheanalyse


02.09.22 09:42
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD) (ISIN US0079031078 / WKN 863186), Micron Technology und NVIDIA eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Halbleiter sind heutzutage in vielen Bereichen unumgänglich und fester Bestandteil unseres Alltags, so die Bank Vontobel Europe AG. Die Fähigkeit und Kapazität Halbleiter zu produzieren, sei eine wichtige Ausgangslage für Zukunftstechnologien. Aus diesem Grund möchten die Wirtschaftsmächte die USA, China sowie die EU die Halbleiterindustrie als wichtiges strategisches Standbein vorantreiben. Gleichzeitig hat uns die Pandemie gelehrt, wie globale Lieferketten ins Stocken geraten und der Warenstrom unterbrochen werden kann, so die Bank Vontobel Europe AG. Um die Abhängigkeit aus dem Ausland zu reduzieren, würden sich die großen Volkswirtschaften bemühen, die heimische Herstellung von Halbleitern zu ermöglichen und zu fördern.

Ob im Auto, in der Smartwatch oder in der Türklingel, mittlerweile fänden sich in den verschiedensten Gegenständen Halbleiter (engl. Chip/Semiconductors) wieder. Die Anwendungsbereiche, in denen Halbleiter eingesetzt werden könnten, hätten sich in den letzten Jahren vervielfacht - und hätten dementsprechend über einen längeren Zeitraum zu einem ansehnlichen Wachstum des Halbleitermarktes beigetragen. Gemäß der Branchenvereinigung Semiconductor Industry Association (SIA) habe die Halbleiterbranche letztes Jahr einen Umsatz von fast USD 556 Milliarden erzielt. 20 Jahre zuvor habe der Branchenumsatz bei USD 139 Milliarden gelegen. Aus den zwei Umsatzwerten lasse sich auf Basis der letzten 20 Jahre eine jährliche Wachstumsrate von ca. 7,2 Prozent errechnen.

Die Nachfrage nach Halbleitern sei während der Pandemie stark in die Höhe geschossen. Konsumenten weltweit hätten sich mit neuen Elektronikgeräten wie Laptops, Webcams oder Grafikkarten eingedeckt. Allerdings habe die hohe Nachfrage zeitgleich auf ein reduziertes Angebot getroffen. Produktionsstätten hätten - unter anderem wegen Lockdowns - ihre bisherige Kapazität nicht mehr abrufen können und Lieferketten seien in der Folge ins Stocken geraten. Es sei ein Halbleitermangel gefolgt, der in verschiedenen Branchen spürbar gewesen sei - und noch immer spürbar sei. So würden sich beispielsweise die Lieferzeiten von Neuwagen verlängern und die Einführung von Elektronikprodukten sei erheblich verzögert.

Die beschriebenen Umstände hätten die Abhängigkeit von der Produktion im Ausland offen gelegt. Zurzeit fänden rund zwei Drittel der Halbleiterproduktion in Asien statt. Im Jahr 1990 seien noch 37 Prozent aller weltweit hergestellten Halbleiter in den USA produziert worden, während es 2021 noch 12 Prozent gewesen seien (SIA). Das Blatt habe sich gewendet und so habe sich Asien in den letzten Jahren als bevorzugter Produktionsstandort der Halbleiterindustrie erwiesen. Dabei könnte Taiwan eine bedeutende Rolle einnehmen. Der asiatische Inselstaat sei führend in der Herstellung von hochmodernen Halbleitern, die eine besonders kleine Größe aufweisen würden.

Auch der Einfluss von geo- und handelspolitischen Überlegungen sei ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Um die bisherige Abhängigkeit zu verringern, sollten Anreize geschaffen werden, um die eigenständige, heimische Produktion auszubauen.

Anfang August 2022 habe der US-Kongress ein Gesetzeswerk zur Förderung der inländischen Entwicklung und Herstellung von Halbleitern verabschiedet, welches US-Präsident Joe Biden schließlich unterzeichnet habe. Mit dem "Chips Act of 2022" seien USD 53 Milliarden an Subventionen geplant. Dabei sollten der Bau, die Erweiterung und die Modernisierung von heimischen Halbleiter-Produktionsanlagen und entsprechender Ausrüstung gefördert werden. Ein zweiter zu subventionierender Bereich stelle die Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten dar, die u.a. die Schaffung eines nationalen Forschungszentrums vorsehe. Weiter könnten Hersteller in den Genuss von Steuernachlässen kommen, wenn Investitionen in Produktionskapazitäten getätigt würden.

Bereits im Februar 2022 habe die EU ein ähnliches Vorhaben angekündigt. Der "European Chips Act" baue auf drei Säulen auf: Unterstützung der Forschung inklusive Schaffung von Ausbildungsplätzen, Anwerbung von Fachkräften sowie der Bau neuer Infrastruktur. Im Vordergrund stünden Subventionen für die modernsten und gleichzeitig kleinsten Halbleitermodelle. Solche Modelle seien sowohl leistungsfähiger, als auch effizienter als die bisher erhältlichen Halbleiter und würden insbesondere in Mobiltelefonen und Computern verbaut. In Europa seien bisher einfachere Halbleiter, die beispielsweise in der Automobilindustrie verwendet würden, hergestellt worden. Mit dem Bau und der Erweiterung der Produktionskapazitäten für moderne Halbleiter solle die Relevanz Europas in der Wertschöpfungskette gesteigert werden. Bis 2030 möchte die Europäische Union einen Marktanteil von 20 Prozent im Halbleitermarkt erreichen. Dies entspreche mehr als eine Verdoppelung des USD 48 Milliarden hohen Umsatzes aus dem Jahre 2021 (ESIA). Insgesamt sollten EUR 43 Milliarden an finanziellen Mitteln für das Vorhaben aufgewendet werden. Nicht zu guter Letzt verspreche sich die EU durch die angekündigten Anreize auch erhebliche Investitionen von privaten Personen.

Die Pandemie verdeutliche zusätzlich, wie wichtig funktionierende Lieferketten für die Aufrechterhaltung des Güterstroms und folglich auch für die Wirtschaft seien. Damit der globale Gütertransfer einwandfrei funktioniere, würden Lieferketten ein hohes Maß an Koordination und Effizienz erfordern. Könnten diese Merkmale nicht mehr vollständig umgesetzt werden, gerate Sand in das Getriebe des globalen Handels.

Pandemiebedingt hätten Anfang 2020 viele Industriebereiche ihre Aktivitäten reduzieren und teilweise vorübergehend komplett einstellen müssen. Besonders ausgeprägt gewesen sei die Unterbrechung der Industrieaktivitäten in China. Das Stilllegen der zweitgrößten Weltwirtschaft habe globale Auswirkungen gehabt.

Die Volksrepublik sei in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem wichtigen Mitglied des internationalen Handels aufgestiegen. 2001 sei China der WTO beigetreten. Damals habe das Land einen Anteil von rund 4,5 Prozent am globalen Güterexporthandel für sich beansprucht, bis 2020 sei dieser Anteil auf 15 Prozent angestiegen (WTO, 2021). Demnach habe der Stillstand der Produktionsstätten sowie die zahlreichen Lockdowns in China zu Einschränkungen in der globalen Wertschöpfungskette geführt.

Nicht nur Industriebetriebe seien während der globalen Lockdowns stillgelegt worden - in den meisten Ländern seien auch Bereiche des öffentlichen Lebens eingeschränkt worden. Dies habe zu einem Rückgang der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen geführt. Mit dem Aufheben der Lockdowns habe auch die Nachfrage wieder angeheizt werden können. Das Angebot sei der Nachfrage jedoch nicht schnell genug nachgekommen. Durch Fabrikhallen, die teilweise weiterhin stillgestanden hätten, durch das Fehlen von Vorprodukten und Zulieferteilen sowie verspäteten Lieferungen und Verteuerung von einzelnen Komponenten, habe sich eine Knappheit des Angebots abgezeichnet.

Einen wichtigen Teil der Lieferketten würden die Logistik und Transportwege darstellen. Sei der Produktionsprozess von Gütern vollzogen, müssten sie anschließend an die vorgesehen Absatzmärkte oder für die weitere Verarbeitung transportiert werden. Es würden sich Möglichkeiten über Luft (Flugzeug), Land (Straßen- und Schienenverkehr) und Wasser (Schifffahrt) bieten, Güter an ihren Zielort zu bringen.

Die Transport- und Logistikbranche sei in den letzten zwei Jahren ebenfalls vor Herausforderungen gestellt worden. Durch fehlende Mitarbeitende und eine geringere Wirtschaftsaktivität hätten sich die Kapazitäten in der Branche reduziert. Schwierigkeiten hätten sich beispielsweise dadurch ergeben, dass der Personalmangel die Abladung von Containern von der See aufs Land erschwert habe. Die Entladung habe länger gedauert und Container hätten im Hafen gestrandet, da der Anschlusstransport auf dem Landweg nicht immer habe gewährleistet werden können. Vor den Häfen hätten sich Staus gebildet und unzählige Schiffe hätten warten müssen, bis sie ihre Fracht hätten entladen dürfen. Auch am Ausgangsort der Fracht hätten Schiffe lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, bis sie beladen worden seien oder überhaupt genügend Container zur Verfügung gestanden hätten.

Aus der reduzierten Transportkapazität hätten sich Lieferverzögerungen ergeben, vor allem zu spüren in den signifikanten Verzögerungen der Automobilindustrie.

Verstärkt worden sei die Belastung in der Transport- und Logistikbranche durch die allmählich zurückkehrende Nachfrage. Transportkosten seien in die Höhe geschossen und Unternehmen hätten sich dazu entschieden, neue Transportwege über das Flugzeug zu erschließen, um einer rechtzeitigen Warenlieferung nahe kommen zu können.

Profiteure der oben beschriebenen Umstände seien unter anderem Konzerne der Logistikbranche gewesen, die aufgrund der gestiegenen Frachtpreise besser Margen hätten vorweisen können.

Die nach Transportkapazität zweitgrößte Reederei der Welt, die dänische Maersk, habe den Umsatz und das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr, verglichen zum Vorjahr, um 54 Prozent erhöht, respektive 126 Prozent (H1, 2021). Ein Großteil dieses Zuwachses habe aus der Seefracht resultiert. Die in Deutschland ansässige Reederei Hapag-Lloyd habe im gleichen Zeitraum eine ähnliche Entwicklung hinlegen können. Der Umsatz sei um knappe 130 Prozent und das Betriebsergebnis um 184 Prozent im Vorjahresvergleich angestiegen. Bei beiden Unternehmen habe die Betriebsmarge erheblich verbessert werden können.

Der World Container Index des Marine Beratungsunternehmens Drewry setze sich aus den Frachtkosten eines Containers über acht verschiedenen Routen zusammen. An dem Index sei der Anstieg der Kosten zu Beginn der Pandemie leicht zu erkennen. Mittlerweile seien die Kosten von ihrem Hoch im September 2021 stark zurückgekommen.

Die Halbleiterproduktion sei heute ein wichtiger Industriezweig, der in den letzten Jahrzehnten durch eine hohe Nachfrage in vielen Anwendungsbereichen gestützt worden sei. Gleichzeitig habe sich Asien als bevorzugter Produktionsstandort etabliert. Die Pandemie habe zu einer Unterbrechung der Lieferketten und zu einer Einschränkung der Versorgung mit Gütern geführt. Aufgrund der Verbreitung von Halbleitern hätten Lieferengpässe in vielen Branchen zu einer reduzierten Wirtschaftsaktivität geführt. Zudem bleibe die Transport- und Logistikbranche aufgrund von reduzierten Kapazitäten gefordert. Die Transportkosten hätten sich seit dem Ausbruch der Pandemie erhöht und Lieferzeiten verlängert.

Um die Abhängigkeit aus Asien zu reduzieren, möchten die USA und die EU ihre heimischen Produktionsstandorte ausbauen. Dazu seien Unterstützungspakete in Milliardenhöhe eingeführt worden, die für den Auf- und Ausbau von Produktionskapazitäten, Unterstützung der Forschung und Entwicklung sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen vorgesehen seien. Von solchen Fördermaßnahmen sowie der stetig ansteigenden Nachfrage könnten auch Unternehmen aus der Branche profitieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 20,75% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf AMD, Micron Technology und NVIDIA. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 15.09.2023. (Stand: 31.08.2022)

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. (Ausgabe August 2022) (02.09.2022/alc/a/a)
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