Investmentidee: Das Comeback der Vonovia-Aktie und ein Blick auf den Immobiliensektor in Deutschland


01.02.24 12:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Vonovia eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Nach der Finanzkrise habe der deutsche Häusermarkt ein beachtliches Wachstum von 5,7 Prozent pro Jahr verzeichnen können. Trotz dieser positiven Entwicklung seien Immobilieneigentümer zunehmend über die Auswirkungen steigender Zinsen und neuer Gesetze, wie dem Gebäudeenergiegesetz, sowie über die Immobilienpreise besorgt. Nicht nur private Immobilieneigentümer müssten sich den Herausforderungen stellen - sondern auch Immobilienunternehmen wie Vonovia.

Den Daten des Statistischem Bundesamt zufolge habe der Häusermarkt nach dem Jahr 2015 historisch betrachtet eine bemerkenswert starke Wachstumsphase verzeichnen können. Insbesondere nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Inflation habe ein beachtliches weiteres Wachstum auf dem Immobilienmarkt festgestellt werden können.

Die Wertentwicklung der Immobilien sei auch abhängig vom Zinsumfeld. Seit 2022 seien die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve bestrebt, steigenden Inflationsraten entgegenzuwirken, was zu Erhöhungen der Leitzinsen führe. Im Juli 2022 habe die Europäische Zentralbank (EZB) die erste Leitzinserhöhung initiiert, die bis September 2023 angehalten habe. Die gestiegenen Zinsen hätten einen nachteiligen Einfluss auf die Nachfrage nach Immobilien, da die Kreditkosten höher ausfallen würden.

Trotz der Leitzinserhöhung hätten die Immobilienpreise im Jahr 2022 dennoch einen Anstieg um 5,30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Allerdings sei die jährliche Veränderungsrate im Jahr 2022 im Vergleich zu den vorherigen Jahren geringer ausgefallen.

Die Auswirkungen dieser steigenden Zinsen seien auf die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Deutschland deutlich erkennbar. Die prozentualen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahresmonat hätten sich laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 vergleichsweise zu den vorangegangenen Jahren erheblich negativ ausgewirkt. Trotzdem hätten sich die Auftragseingänge (im Vergleich zum Vorjahresmonat) ab Juli 2023 erholt und einen deutlichen Anstieg im August und September verzeichnet. Wenn man den Zeitraum seit der Zinserhöhung berücksichtige, liege der Volumenindex der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe unter seinem Durchschnitt.

Das ab dem 01. Januar 2024 in Kraft tretende Gebäudeenergiegesetz (GEG) könnte auch Auswirkungen auf die Preise von Immobilien und die Mietkosten für Mieter haben. Das Gesetz solle den Klimaschutz vorantreiben und den Umstieg auf erneuerbare Energien für Heizungen beschleunigen. Das bedeute, dass künftige Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollten. Das betreffe Neubaugebiete und ab frühestens 2026 auch Neubauten außerhalb von Neubaugebieten. Theoretisch könnten diese Kosten von Immobilieneigentümer und -gesellschaften auf die Mieter übertragen werden, was zu einem Anstieg der Mietpreise führen könnte.

Die steigenden Zinsen, die fallenden Auftragseingänge und das in Kraft tretende Gebäudeenergiegesetz würden es auch Immobiliengesellschaften schwer machen. Beispielsweise sei Vonovia für die Entwicklung, Vermietung und Aufwertung ihres Immobilienportfolios zuständig. Laut ihrem Geschäftsbericht von 2022 verwalte Vonovia insgesamt 548.524 Wohnungen und habe im gleichen Jahr Mieteinnahmen in Höhe von 3.168,1 Millionen Euro im Vergleich zu 2021 mit 2.571,9 Mio. Euro erzielt. Von den 548.524 Wohnungen würden sich 487.659 in Deutschland befinden, während die restlichen 39.453 in Schweden und 21.412 in Österreich verteilt seien.

Innerhalb Deutschlands würden sich die meisten Immobilienbestände auf Berlin, Dresden und das südliche Ruhrgebiet konzentrieren. Im Jahr 2022 habe Vonovia immobilienbezogene Investitionen in Höhe von 2.210,7 Millionen Euro getätigt. Diese Summe verteile sich auf Neubau und Akquisitionen mit jeweils 607,1 Millionen Euro und 354,7 Millionen Euro. Die Immobilienfirma habe 2022 einen Verlust von 643,8 Mio. Euro und im Vorjahr einen Gewinn von 2.440,5 Mio. Euro verzeichnet.

Im Chart der Vonovia Aktie sei ersichtlich, dass sie innerhalb der letzten fünf Jahre sehr schwankungsanfällig gewesen sei. Die simultane Entwicklung von steigender Inflation, Erhöhung der Leitzinsen und der Einführung neuer Gesetze könnte letztendlich den Kurs der Aktie beeinflusst haben.

Für Anleger sei von besonderer Bedeutung zu erkennen, dass der Wohnraum in Deutschland insgesamt knapp sei. Die Vonovia AG könnte sich dabei als Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell präsentieren. Gleichzeitig könnten die erhöhten Leitzinsen und neuen Gesetzen herausfordernd für Immobiliengesellschaften sein.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Aktienanleihe Pro mit Barriere auf die Aktie von Vonovia. Die Aktienanleihe sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 10,50% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 80,00%. Die Aktienanleihe könne noch bis zum 12. Februar 2024 gezeichnet werden. Fällig werde die Anleihe am 28. März 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 31.01.2024) (01.02.2024/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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