Investmentidee: Aktienanleihe mit Barriere auf Porsche - Investieren in unsicheren Zeiten - Anleiheanalyse


18.01.23 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie der Porsche AG eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die Finanzmärkte hätten eine turbulente Zeit hinter sich. Ausgelöst durch die Pandemie und die darauf folgenden Lieferkettenengpässe hätten die globalen Aktienmärkte im Jahr 2020 das erste Mal seit Jahren erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Darauf sei eine regelrechte Kursrally gefolgt - nur um im Jahr 2022 wieder einzubrechen. Der Konflikt in der Ukraine, eine Inflation, wie man sie seit Jahren nicht erlebt habe, sowie Rezessionsängste hätten den Märkten zugesetzt.

In der Folge hätten sich die Wachstumsaussichten an den Märkten abgekühlt. Starke Kurskorrekturen und die damit einhergehende höhere Volatilität hätten dazu geführt, dass viele Anleger zunehmend Vorsicht hätten walten lassen.

Gerade in solchen Marktsituationen, die von Unsicherheit und einer erhöhten Volatilität nach einer Kurskorrektur geprägt seien, könnten mit Aktienanleihen mit Barriere attraktive Konditionen erreicht werden, falls Anleger in Zukunft von seitwärts tendierenden Märkten ohne große Kursrückschläge und somit einer sinkenden Volatilität ausgehen würden.

Aktienanleihen mit Barriere könnten folglich ein interessantes Instrument sein, mit denen Anleger weiterhin attraktive Renditechancen wahrnehmen könnten - und nach unten etwas abgesichert seien. Denn dieser Typ der Aktienanleihe biete dank der eingebauten Barriere einen gewissen Puffer und zahle zudem einen fixen Kupon aus.

Barriere und Kupon seien die beiden zentralen Eigenschaften des beliebten Strukturierten Produktes. Anleger seien vor Kursrückschlägen bis zur Barriere geschützt - dafür sei die Renditemöglichkeit auf den Kupon beschränkt. Generell gelte: je tiefer die Barriere, desto tiefer der Kupon - und umgekehrt.

Der Aktienanleihe liege mindestens ein Basiswert - zum Beispiel eine Aktie - zu Grunde. Die Kursentwicklung dieses Basiswertes sei entscheidend für die Rückzahlung der Aktienanleihe mit Barriere am Laufzeitende. Grundsätzlich gebe es drei Szenarien:

Szenario 1: Der Kurs steige gegenüber der Anfangsreferenzkurs

Steige der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit und schließe am Laufzeitende oberhalb des Basispreises, dann erhalte ein Anleger das investierte Kapital (Nennbzw. Nominalbetrag) zuzüglich des Kupons ausbezahlt.

Szenario 2: Der Basiswert falle und schließe zwischen Barriere und Basispreis (ohne Barrierenverletzung)

Tendiere die Kursentwicklung des Basiswertes seitwärts, oder sinke der Kurs nur leicht - die Barriere werde also während der Laufzeit weder berührt noch durchbrochen - dann erhalte der Anleger bei Fälligkeit den Nennbetrag plus den Kupon ausbezahlt. Das sei das Szenario, in dem die Stärken der Aktienanleihe besonders zur Geltung kämen, da Anleger im Vergleich zum Direktinvestment besser gestellt seien (ohne Berücksichtigung von möglichen Dividenden im Basiswert).

Szenario 3: Der Basiswert schließe unterhalb der Barriere

Schließe der Basiswert zum Ende der Laufzeit unter der Barriere, erfolge die physische Lieferung des zugrundeliegenden Basiswerts oder eine Barabgeltung. Zusätzlich werde der Kupon ausbezahlt.

Zu berücksichtigen sei zudem, dass Anleger in allen Szenarien das Emittentenrisiko tragen würden, also das Risiko, dass der Emittent seine Verpflichtungen aus der Aktienanleihe nicht erfüllen könne. Es bestehe kein Kapitalschutz. Aktienanleihen unterlägen als Strukturierte Produkte keiner Einlagensicherung. Im Vergleich zu einem Direktinvestment in den Basiswert würden Inhaber von Aktienanleihen zudem auf mögliche Ausschüttungen auf den Basiswert (z.B. Dividendenzahlungen aus einer Aktie) verzichten, da solche Ausschüttungen auf den Basiswert an den Anleger einer Aktienanleihe nicht ausgezahlt würden.

Die klassische Aktienanleihe mit Barriere gebe es mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften und Zusatzmerkmalen. Die vorher beschriebene Variante sei grundsätzlich die einfachste Ausgestaltung.

Einer Aktienanleihe mit Barriere liege mindestens ein Basiswert zugrunde - es könnten aber auch mehrere sein (Multi Aktienanleihen mit Barriere). Die Rückzahlungsszenarien seien dabei sehr ähnlich, nur würden statt nur einem Basiswert gleich mehrere Basiswerte betrachtet. Da das Risiko einer Barriereverletzung mit mehreren Basiswerten höher sei, sei in der Regel auch der Kupon höher.

Bei Multi Aktienanleihen würden Art und Höhe der Rückzahlung in Abhängigkeit der Entwicklung des Basiswerts mit der schlechtesten Wertentwicklung bestimmt (daher würden diese Produkte als "Worst-Of" gekennzeichnet). Selbst wenn sich alle Basiswerte insgesamt oder einzelne Basiswerte positiv entwickeln würden, komme es für die Bestimmung der Rückzahlung allein auf den Art der Barriere.

Der Barriere-Typ spiele neben den Attributen "Kupon" und "Barreire" für das Rendite- /Risiko-Verhältnis eine wichtige Rolle. Denn auch die Art der Barriere könne bei Aktienanleihen mit Barriere unterschieden werden.

Bei einer sogenannten "amerikanischen" Barriere werde die Barriere kontinuierlich während der Laufzeit beobachtet. Es werde also fortwährend geschaut, ob einer der Basiswerte die Barriere berühre oder unterschreite. Demgegenüber werde bei der "europäischen" Variante erst am Laufzeitende - und zwar am Bewertungstag - überprüft, ob es bei einem der Basiswerte zu einer Berührung oder einem Durchbruch der Barriere gekommen sei. Aktienanleihen mit einer europäischen Barriere (am Laufzeitende) würden auch als Aktienanleihen "Pro" mit Barriere bezeichnet.

Grundsätzlich gelte: jeglicher "Sicherheitspuffer" verfalle mit dem Berühren der Barriere. Liege der Kurs am Ende der Laufzeit zwischen Barriere und Basispreis, dann erfolge ebenfalls eine physische Lieferung oder eine Barabgeltung. Schließe der Kurs oberhalb des Basispreises, dann werde das eingesetzte Kapital plus Kupon ausbezahlt.

Bekanntlich würden sich bei Aktienanleihen mit Barriere höhere Sicherheitspuffer (tiefe Barrieren) "zulasten" von Renditen (Kupons) erreichen lassen und umgekehrt. Ähnlich sei es bei der Barriere. Mit der amerikanischen Barriere (kontinuierliche Beobachtung) sei das Risiko einer Barriereverletzung höher, weswegen Aktienanleihen mit kontinuierlicher Beobachtung tendenziell höhere Kupons bezahlen würden als solche mit europäischen Barrieren, d.h. mit einer Beobachtung nur am Ende der Laufzeit.

Mit seinen vielseitigen Eigenschaften könnten Aktienanleihen relativ einfach zur Optimierung des Rendite- /Risikoprofils eingesetzt werden, und sie könnten grundsätzlich in jedes Portfolio passen.

Für die Investitionsentscheidung sollte jedoch nicht allein die Attraktivität des garantierten Kupons ausschlaggebend sein. Auch die zugrundeliegenden Aktien sowie das mit ihnen verbundene Risiko sollten ins Portfolio passen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 6% Aktienanleihe mit Barriere auf Porsche. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der Bewertungstag sei 15.12.2023. Die Zeichnung ende am 30.01.2023. (Ausgabe vom 17.01.2023) (18.01.2023/alc/a/a)






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