Inflationssorgen nehmen gegen Jahresende ab


10.06.22 11:44
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Teuerung in der Eurozone wird im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreichen, erwartet Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

In den Vereinigten Staaten zeige die restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank bereits Wirkung.

Aufgrund anhaltender Inflationssorgen seien die Renditen in den vergangenen Wochen weltweit gestiegen. In der Eurozone habe die Teuerung im Mai bei über 8 Prozent gelegen. Aus Sicht der Experten sei es wahrscheinlich, dass sie gegen Ende des dritten Quartals mit 9 Prozent einen Höchststand erreichen werde. Vor diesem Hintergrund habe sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen gesehen, einen restriktiveren Kurs einzuschlagen. Der Reposatz solle bis Ende 2022 um etwa 125 Basispunkte auf 0,75 Prozent steigen.

Letztendlich seien die Experten der Meinung, dass die Inflationsbefürchtungen aufgrund des sich verlangsamenden Wachstums in der Eurozone gegen Ende des Jahres schnell abnehmen könnten. Die Wachstumsaussichten in Europa seien nach wie vor verhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaftsleistung auf dem Kontinent im letzten Quartal dieses Jahres schrumpfen werde, liege aus Sicht der Experten bei 50 Prozent. Daher könnte der künftige Zinspfad als zu ambitioniert eingeschätzt werden. Solange der Preisdruck jedoch nicht nachlasse, würden die Experten eine Stabilisierung der Renditen für unwahrscheinlich halten.

Derweil würden sich die Spreads im Euroraum weiter ausweiten. Denn die EZB nenne nur wenige Einzelheiten zu den Maßnahmen, mit denen ein mögliches Fragmentierungsrisiko eingedämmt werden solle. Auch die Renditeaufschläge für Unternehmen in der Eurozone hätten sich als Reaktion auf steigende Inflations- und sinkende Wachstumserwartungen erhöht. Aktuell sehe es so aus, als müssten die Spreads in der Peripherie noch weiter steigen, damit sich die Währungshüter zu einer Reaktion gezwungen sehen würden.

In den USA schaue die Lage besser aus. Nach einem Höchststand von 6,5 Prozent dürfte der im Laufe des heutigen Tages veröffentlichte US-Kernverbraucherpreisindex (CPI) im Mai unter 6 Prozent fallen. Es deute also einiges darauf hin, dass die rasche Verschärfung der finanziellen Bedingungen durch die US-Notenbank FED allmählich die gewünschte Wirkung zeige.

Die Experten würden jedoch damit rechnen, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) seinen restriktiven Kurs beibehalten werde, bis der Preisdruck deutlich nachlasse. Daher würden die Experten davon ausgehen, dass die US-Zinsen bis Ende des Jahres in Richtung 3 Prozent steigen würden.

Die US-Wirtschaftsdaten seien nach wie vor relativ robust. Angesichts der soliden finanziellen Situation von Verbrauchern und Unternehmen würden die Experten das Risiko einer Rezession weiterhin eher für gering halten. (10.06.2022/alc/a/a)





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