Inflationsschere zwischen Europa und den USA


11.11.22 11:45
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Die gestern gemeldeten, stärker als erwartet rückläufigen US-Inflationszahlen bestätigen einen Trend, der sich fortsetzten dürfte: "Die Inflationsschere zwischen Europa und den USA wird weiter aufgehen", sagt Robert Greil, CFA, Chefstratege der Merck Finck A Quintet Private Bank.

Der Chefstratege von Merck Finck rechne "vorerst in Europa mit einem noch etwas weiteren Anstieg der Inflationszahlen, während sie in den USA ihren - wenn auch nicht linearen - leichten Abwärtstrend beibehalten dürften." Greil weiter: "In Deutschland dürfte der Inflationsdruck erst im ersten Quartal des neuen Jahres und damit gut ein halbes Jahr später als in den USA nachlassen - was vor allem den Folgen der durch den Krieg ausgelösten Energiekrise zuzuschreiben ist."

Kommende Woche sei der Makrodaten-Kalender relativ dünn: Nach der Industrieproduktion für den September am Montag stehe tags darauf ebenfalls für die Eurozone das Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal auf der Agenda, zusammen mit der Handelsbilanz für September. Am Donnerstag folge dann die finale Inflation für Oktober. Während in Deutschland die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag die wichtigste Veröffentlichung seien, stünden in Großbritannien am Mittwoch die Preisdaten für den Oktober sowie am Freitag neben dem GfK-Verbrauchervertrauen auch Einzelhandelsumsätze auf der Agenda.

In den USA würden auf die Produzentenpreise für Oktober am Dienstag folgen, am Mittwoch die Industrie- und Einzelhandelszahlen für den diesen Monat, bevor die zweite Wochenhälfte vor allem von Daten zum Wohnimmobilienmarkt dominiert werde. Auch in China stünden Industrie- und Einzelhandelszahlen für Oktober (Dienstag) an, und in Japan liege der Fokus nach dem Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal (Dienstag) am Donnerstag dann auf der Handelsbilanz und den Inflationsdaten für Oktober.

ZITATE:

"Die Inflationsschere zwischen Europa und den USA wird weiter aufgehen."

"Ich rechne vorerst in Europa mit einem noch etwas weiteren Anstieg der Inflationszahlen, während sie in den USA ihren - wenn auch nicht linearen - leichten Abwärtstrend beibehalten dürften."

"In Deutschland dürfte der Inflationsdruck erst im ersten Quartal des neuen Jahres und damit rund ein halbes Jahr später als in den USA nachlassen - was vor allem den Folgen der durch den Krieg ausgelösten Energiekrise zuzuschreiben ist." (11.11.2022/alc/a/a)