Inflationsbekämpfung: Höhere Zinsen zur Wiederherstellung der Preisstabilität


20.09.22 09:45
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Federal Open Market Committee - FOMC) wird auf seiner Sitzung am 20. und 21. September unserer Meinung nach die Zinsen zum dritten Mal um 75 Basispunkte (Bp) anheben, so François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM.

Er werde seine neuen Wirtschaftsprognosen (geringeres Wachstum, höhere Arbeitslosigkeit) und Zinsprognosen für den Zeitraum bis 2025 veröffentlichen. Die Experten würden davon ausgehen, dass der neue Dot Plot auf einen höheren Leitzins von über 4% für dieses Jahr hinweise.

Die Experten würden davon ausgehen, dass der FOMC die Zinsen um 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3,00% bis 3,25% anheben werde. Trotz des sehr hohen Verbraucherpreisindex im August würden sie nicht mit einer Erhöhung um 100 Basispunkte rechnen.

Die Experten würden davon ausgehen, dass der Vorsitzende Powell bekräftigen werde, dass der Schwerpunkt der FED nach wie vor auf der Senkung der Inflation auf die Zielmarke von 2% liege.

Es sei unwahrscheinlich, dass er sich zu den endgültigen Zinssätzen äußern werde. Die FED müsse die Zinserhöhung trotz der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft bis in den restriktiven Bereich fortsetzen. Der Arbeitsmarkt sei zu angespannt und es bestehe die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale.

Powell werde voraussichtlich bekräftigen, dass künftige Zinsentscheidungen weiterhin von den eingehenden Daten und den Konjunkturaussichten abhängen würden. Er werde die Märkte zweifellos daran erinnern, dass "die Geschichte dringend vor einer voreiligen Lockerung der Geldpolitik warnt".

Die Experten würden davon ausgehen, dass der Medianwert des FOMC für dieses Jahr von 3,375% auf 4,125% steigen werde. Dies entspreche einer Anhebung um 100 Basispunkte zwischen der September-Sitzung und dem Jahresende. Der Ausschuss möchte das Risiko einer Entankerung der Inflationserwartungen verringern. Für 2023 würden die Analysten einen Anstieg des Medianwertes auf 4,375% (Anfang 2023) erwarten. Die Medianzinsprognose werde 2024 bei 3,625% und 2025 bei 2,875% liegen. Die Experten würden keine Änderung des Endsatzes von 2,5% erwarten.

Die Experten würden davon ausgehen, dass die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections, SEP) ein geringeres Wachstum in den Jahren 2022 und 2023 von 1,7% auf 1% bzw. von 1,7% auf 1,3% ergeben werde. Für 2024 und 2025 würden sie erwarten, dass das Wirtschaftswachstum mit rund 1,8% in der Nähe des Potenzialwachstums bleibe.

Die Experten würden davon ausgehen, dass der Ausschuss seine Prognose für höhere Inflationszahlen (persönliche Konsumausgaben, PCE) revidiere und die Erwartungen von 5,2% auf 5,4% im Jahr 2022 und von 2,6% auf 2,7% im Jahr 2023 anhebe. Sie würden davon ausgehen, dass die mittleren Inflationserwartungen im Jahr 2024 unverändert bei 2,2% liegen würden, gefolgt von einem Rückgang im Jahr 2025 auf 2,0%.

Der Vorsitzende Powell werde wahrscheinlich die Verdoppelung des Tempos der quantitativen Straffung im September auf 95 Mrd. USD/Monat, wie im Mai beschrieben, bestätigen (60 Mrd. USD in Staatsanleihen und 35 Mrd. USD in Mortgage-backed Securities).

Zusammenfassend würden die Experten erwarten, dass der FED-Vorsitzende Powell die hawkishe Haltung der FED bekräftigen werde. Diese Sitzung werde ihrer Meinung nach die Zinsen nach oben treiben und die US-Renditekurve abflachen. (20.09.2022/alc/a/a)





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