Inflation im Euroraum dürfte Gipfel überschritten haben


06.01.23 13:39
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate im Euroraum ist zum Jahresende 2022 deutlich gesunken, so die Analysten der Nord LB.

Im Berichtsmonat Dezember habe sie gemäß Schnellschätzung bei 9,2% Y/Y gelegen, bleibe damit aber noch immer weit über der Zielmarke der EZB. Im Gesamtjahr 2022 habe der durchschnittliche Preisauftrieb bei 8,4% gelegen - so hoch wie noch nie im gemeinsamen Währungsraum. Kurzfristig seien verzerrende Einmaleffekte wie die Dezember Soforthilfe in Deutschland zu berücksichtigen, ab März würden allein schon Basiseffekte für eine sukzessiv rückläufige Inflationsrate sprechen. Der Höhepunkt dürfte somit überschritten sein, sie bleibe aber hartnäckig, wie der ungebrochene Aufwärtstrend der Kernrate belege. Das Risiko einer Preis-Lohn-Spirale bleibe daher bestehen, weshalb die EZB bis zum Sommer die Leitzinsen klar in den kontraktiven Bereich steuern werde. Allein für die nächsten beiden EZB-Ratssitzungen rechnen die Analysten der Nord LB mit weiteren Zinsanhebungen um je 50 Basispunkte. (06.01.2023/alc/a/a)