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Höchststand der US-Zinsen wird bei 3,5 Prozent liegen


05.08.22 10:15
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Angesichts der Anzeichen für eine Wachstumsverlangsamung preisen die Marktteilnehmer für die Vereinigten Staaten Zinssenkungen um 75 Basispunkte im Jahr 2023 ein, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

BlueBay Asset Management gehe aktuell davon aus, dass die US-Notenbank FED die Zinsen im September um 50 Basispunkte anheben werde. Im vierten Quartal 2022 und dem ersten Quartal 2023 dürften weitere Erhöhungen folgen. Insgesamt würden die Fed Funds nach Einschätzung von BlueBay Asset Management in sechs Monaten bei etwa 3,5 Prozent liegen und könnten damit ihren Höchststand erreicht haben. Diese Prognose sei jedoch mit Unsicherheiten verbunden: Die Forward Guidance habe an Bedeutung verloren und das weitere Vorgehen der Währungshüter werde stark von den eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen.

Aus Sicht von BlueBay Asset Management dürften die 10-jährigen US-Renditen in den kommenden Wochen wieder leicht über 3 Prozent liegen. BlueBay Asset Management habe eine Short-Position bei der US-Duration eingenommen und diese Mitte vergangener Woche aufgestockt, als die Renditen aufgrund des Taiwan-Besuchs von Nancy Pelosi, der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, nachgegeben hätten.

Die US-Renditekurve sei aus Sicht von BlueBay Asset Management stärker invertiert, als es zu diesem Zeitpunkt des Zyklus der Fall sein sollte. Dies veranlasse BlueBay Asset Management zu einer negativen Einschätzung für die 10-jährigen Renditen.

Deutsche Bundesanleihen sehe BlueBay Asset Management weniger pessimistisch. Das heiße, BlueBay Asset Management rechne auf längere Sicht nicht mit signifikanten Kursrückgängen. Derzeit neige BlueBay Asset Management aber eher zu einer Short- als zu einer Long-Position. Die Inflation in der Eurozone könnte ihren Höhepunkt erst gegen Ende dieses Jahres erreichen.

Überall auf dem europäischen Kontinent seien die Regierungen nun dabei, durch fiskalische Maßnahmen die Bevölkerung vor der durch die gestiegenen Energiepreise ausgelösten Lebenshaltungskostenkrise zu schützen. BlueBay Asset Management sei daher der Meinung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten eine restriktive Haltung beibehalten könnte, bis sich die Inflation nach unten bewege.

BlueBay Asset Management seien weiterhin skeptisch, ob die EZB das Transmissionsschutzinstrument (TPI) einsetzen werde, um italienische Staatsanleihen im Vorfeld der anstehenden Wahlen im Land zu stützen - es sei denn, in der gesamten Eurozone würden die Zinsaufschläge steigen. Jüngste Daten hätten gezeigt, wie die EZB im vergangenen Monat die Reinvestitionen aus ihrem Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) zugunsten italienischer Staatspapiere angepasst habe. Das habe jedoch relativ wenig zur Begrenzung des Spread-Anstiegs beigetragen. BlueBay Asset Management sehe das Risiko einer weiteren Schwäche, wenn der Wahlkampf in den kommenden Wochen Fahrt aufnehme.

Die Volatilität bleibe vor dem Hintergrund der Ungewissheiten erhöht. Das würden beispielhaft die Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen zeigen, die sich Mitte dieser Woche innerhalb von 24 Stunden in einer Spanne von 45 Basispunkten bewegt hätten. Im Sommer sei die Liquidität geringer - und es könnte in beide Richtungen übertriebene Marktbewegungen geben. (05.08.2022/alc/a/a)