Erweiterte Funktionen

Hoch bewertete Aktien, Chancen bei Renten


04.01.23 11:29
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Bereits Ende des alten Jahres hatten die Zinsen zu fallen begonnen - mit positiven Auswirkungen auf die Rentenkurse, sagt Günter Heigl, Vorsitzender des Anlagegremiums der klassischen Vermögensverwaltung der Fürst Fugger Privatbank.

"Der größte Schmerz auf der Rentenseite dürfte hinter uns liegen. Das Schöne ist, unser Geld hat wieder einen Preis!" Renten seien daher auch für Privatanleger wieder zu einer echten Anlagealternative geworden. Vor allem gelte dies für kurze Laufzeiten, wie Günter Heigl erläutere: "In den USA gibt es derzeit 4,6 / 4,7% für einjährige Staatsanleihen. Angesichts der verhaltenen Konjunkturaussichten bieten sich hier auf kurze Sicht die besseren Chancen als in Aktien." Es sei zu erwarten, dass durch die schrumpfende Wirtschaft die Gewinne der Unternehmen unter Druck gerieten. Diese Erwartung treffe auf einen nach wie vor hoch bewerteten, vermutlich sogar zu hoch bewerteten Aktienmarkt, warne Heigl: "Den Optimismus der Analysten kann ich auf kurze Sicht nicht teilen. Im DAX wurden die Aussichten nur bei einer Handvoll Titel um mehr als 10 % korrigiert."

Er erwarte stattdessen ein erstes Vierteljahr, das durchaus problematisch werden könnte, vor allem dann, wenn es zu einem "Sell Out" bei den Privatanlegern über ETFs käme. Würden daraus Abflüsse einsetzen, könnte dies den Markt nach unten ziehen. Dies sei für Günter Heigl jedoch kein Szenario für das gesamte Jahr: "Es kann in den ersten drei Monaten an den Aktienmärkten noch einmal richtig wehtun, doch danach bieten sich wunderbare Chancen, einen Aufschwung mitzunehmen. Die Aktie ist und bleibt für zukunftsorientierte Anleger nun mal die beste Anlageform." Dabei würden die US-Aktien eine wesentliche Rolle spielen. Grund sei die erfolgreiche America-First-Industriepolitik Donald Trumps, die nun ganz unaufgeregt von Joe Biden fortgeführt würde.

Auf globaler Ebene betrachte er China mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Immobilienmarkt werde in den nächsten Jahren an Bedeutung verlieren. "China wird nicht mehr so viele Rohstoffe verbrauchen, da einfach nicht mehr so viel gebaut wird", sage Heigl. Generell entwickle sich die chinesische Wirtschaft von "low end"-Industrie hin zu "high end"-Produktion, also von Nudeln und Keksen hin zu Technologie, Gesundheit oder Tourismus. Chinesische Unternehmen, die von inländischen Investitionen profitierten, seien unterbewertet und böten daher Chancen. Die unkalkulierbaren politischen Risiken blieben jedoch.

Beim Euro erwarte er zur Jahresmitte die Parität mit dem Dollar und gegen Ende des Jahres einen Kurs von 0,95 US-Dollar. "Die EZB wird keine großen Akzente setzen können. Das liegt zu einem großen Teil an ihrem sehr begrenzten Handlungsspielraum. Der Euro kann nicht nur ein Export-Booster sein und darf auf keinen Fall durch eine anhaltende Schwäche zum Wohlstandsvernichter der Bürger Europas werden", mahne Günter Heigl. Bleibe der Ausblick auf Gold: 2021 habe gezeigt, dass Kryprowährungen wie Bitcoin kein wirksamer Inflationsschutz seien. Günter Heigl habe daher eine klare Meinung zum Gold: "Die Zentralbanken haben begonnen, Gold zu kaufen. Wir erwarten zum Jahresende ein neues Allzeit-Hoch von 2.200 US-Dollar pro Feinunze."

Zitate Günter Heigl, Vorsitzender des Anlagegremiums der klassischen Vermögensverwaltung der Fürst Fugger Privatbank:

- "Der größte Schmerz auf der Rentenseite dürfte hinter uns liegen. Das Schöne ist, unser Geld hat wieder einen Preis!"

- "In den USA gibt es derzeit 4,6 / 4,7% für einjährige Staatsanleihen. Angesichts der verhaltenen Konjunkturaussichten bieten sich hier auf kurze Sicht die besseren Chancen als in Aktien."

- "Den Optimismus der Analysten kann ich auf kurze Sicht nicht teilen. Im DAX wurden die Aussichten nur bei einer Handvoll Titel um mehr als 10% korrigiert."

- "Es kann in den ersten drei Monaten an den Aktienmärkten noch einmal richtig wehtun, doch danach bieten sich wunderbare Chancen, einen Aufschwung mitzunehmen. Die Aktie ist und bleibt für zukunftsorientierte Anleger nun mal die beste Anlageform."

- "China wird nicht mehr so viele Rohstoffe verbrauchen, da einfach nicht mehr so viel gebaut wird."

- "Die EZB wird keine großen Akzente setzen können. Das liegt zu einem großen Teil an ihrem sehr begrenzten Handlungsspielraum."

- "Der Euro kann nicht nur ein Export-Booster sein und darf auf keinen Fall durch eine anhaltende Schwäche zum Wohlstandsvernichter der Bürger Europas werden."

- "Die Zentralbanken haben begonnen, Gold zu kaufen. Wir erwarten zum Jahresende ein neues Allzeit-Hoch von 2.200 US-Dollar pro Feinunze." (04.01.2023/alc/a/a)