Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: Zinssensible Sektoren


20.01.23 08:43
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA sind Zinsen und Renditen in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen, auch weil die US-Notenbank aggressiv gegen die rekordhohen Inflationsraten vorgeht, so die Analysten der Helaba.

Noch sei das Ende der Fahnenstange dabei wohl nicht erreicht, es würden sich aber bereits Spuren in Stimmungsbarometern und realwirtschaftlichen Daten wie der Industrieproduktion zeigen, während der Arbeitsmarkt als nachlaufender Indikator weiterhin als sehr robust einzustufen sei und die Lohnentwicklung noch immer kräftig ausfalle. Seit längerem unter Druck stünden besonders zinssensible Sektoren wie die Immobilien- und Bauwirtschaft. Nicht nur der Stimmungsindex der Branche (NAHB) sei auf ein sehr tiefes Niveau gesunken, auch die Zahlen der Baubeginne und -genehmigungen seien zurückgekommen, wie sich gestern erneut gezeigt habe.

Ebenfalls negativ seien die Vorgaben für die heute anstehenden Verkaufszahlen von Bestandsimmobilien. Insbesondere die Immobilienverkäufe, die sich in Anbahnung befinden würden, die sogenannten schwebenden Hausverkäufe, würden einen Hinweis auf die erwartete, fortgesetzte Schwäche des Sektors geben. Damit einhergehend dürften die Immobilienpreise in der Tendenz weiter nachgeben, diese hätten - gemessen am S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex - ihr bisheriges Hoch im Juni letzten Jahres gehabt.

Die Immobilienpreisentwicklung sei zwar nicht unmittelbar mit den Verbraucherpreisen verknüpft, wohl aber gebe es einen Einfluss über die im US-CPI erfassten Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum. Diese OER-Komponente folge in der Regel den Hauspreisen und dürfte somit in den kommenden Monaten zu einer Beruhigung an der Inflationsfront beitragen. Zuletzt habe diese noch eine Rekordjahresrate von 7,5% aufgewiesen. (20.01.2023/alc/a/a)