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Heute im Fokus: Zinserwartungen haben nachgelassen


02.08.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Einkaufsmanagerindices des Verarbeitenden Gewerbes haben eine Stimmungseintrübung angezeigt, so die Analysten der Helaba.

Sie würden mit Werten unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten auf eine Abkühlung der konjunkturellen Dynamik schließen lassen, was die Arbeit der EZB nicht leichter mache. Sie werde angesichts der auf ein Rekordhoch von 8,9% gestiegenen Inflation in der Eurozone die Leitzinsen weiter erhöhen, um ihren Auftrag der Preisniveaustabilität zu erfüllen. Dies habe ebenfalls einen dämpfenden Effekt auf die Konjunktur. Im Kampf gegen die Inflation würden die Währungshüter eine Abkühlung der konjunkturellen Dynamik zwar in Kauf nehmen, dennoch könnten sich die mittel- bis langfristigen Zinserwartungen tendenziell abschwächen.

Heute stünden keine wichtigen Datenveröffentlichungen auf dem Programm. Einen Blick wert sei aber die Zahl der offenen Stellen in den USA (Job Openings and Labor Turnover Survey). Diese sei extrem hoch und bis zuletzt auch weiter gestiegen. Zudem sei die Zahl der dauerhaft arbeitslos Gemeldeten im Trend rückläufig. All dies lasse auf einen robusten Arbeitsmarkt und auf anhaltend hohe Stundenlöhne schließen, die wiederum den allgemeinen Preisauftrieb begünstigen würden.

Die Zahlen zum Arbeitsmarkt stünden am Freitag zur Veröffentlichung an und würden die Pläne der Notenbank wohl nicht durchkreuzen, das Leitzinsband nochmals zu erhöhen. Die Erwartungen seien zuletzt aber - zusammen mit den Renditen - zurückgekommen, was mit den zum Teil enttäuschenden Konjunkturzahlen zu erklären sei. Immerhin habe der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes mit einem nur leichten Rückgang die Konsensschätzung übertreffen können. (02.08.2022/alc/a/a)