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Heute im Fokus: Zinserwartungen


10.01.23 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten Datenveröffentlichungen in den USA haben Zweifel an dem bisher von der FED avisierten Zinserhöhungspfad untermauert, so die Analysten der Helaba.

Zinserhöhungserwartungen für das laufende Jahr seien daher marktseitig weiter reduziert, die Zinssenkungserwartungen auf den längeren Zeithorizont mithin verstärkt worden. Während die FED mit den sogenannten "dot plots" signalisiere, dass die Leitzinsen Ende 2023 ein Niveau zwischen 5,00% und 5,25% erreichen würden.

In diese Richtung würden auch die Aussagen von regionalen FED-Präsidenten (jüngst Bostic und Daly) weisen, die weitere Zinserhöhungen favorisieren würden, dabei aber inzwischen offen seien für eine Diskussion, ob dabei 25 oder 50 Basispunkte beschlossen werden sollten. Von dem erhöhten Niveau jenseits von 5% würden die "dot plots" im Jahr 2024 ein Zinssenkungspotenzial von 100 Basispunkten signalisieren. Die Geldmarkt-Futures würden darüberhinausgehend Zinssenkungen bis knapp unter 3,50% einpreisen.

Während in den USA die Zinserwartungen allmählich abbröckeln würden und auch bei ersten FED-Vertretern vorsichtigere Töne angeschlagen würden, sei die Lage bei der EZB weiterhin auf Inflationsbekämpfung ausgerichtet. Erst am Wochenende habe EZB-Chefvolkswirt Lane gewarnt, dass die Inflationsraten ungeachtet der Entspannung bei den Energiepreisen erhöht bleiben könnten. Zwar wolle die EZB von Fall zu Fall entscheiden, für das kommende Ratstreffen dürfte wegen der nochmals auf ein Rekordniveau gestiegenen Kern-Inflationsrate aber klar sein, dass eine Zinserhöhung beschlossen werde. Vor diesem Hintergrund und mangels relevanter Datenveröffentlichungen würden die heutigen EZB- und FED-Redebeiträge zu beachten sein. (10.01.2023/alc/a/a)