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Heute im Fokus: Zinsangst lässt nach


14.11.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Nachgang zur FED-Entscheidung, die Leitzinsen um 75 Basispunkte zu erhöhen, hatten die Zinserwartungen in den USA seit Anfang des Monats zunächst zugenommen und zwischenzeitlich wurde das Leitzinshoch im zweiten Quartal 2023 jenseits der 5%-Marke verortet, so die Analysten der Helaba.

Verantwortlich dafür seien auch Äußerungen des FED-Chefs gewesen, wonach zwar zukünftig, vielleicht schon ab Dezember, kleinere Zinsschritte erfolgen könnten, das Zinshoch aber möglicherweise höher ausfallen müsse als zunächst gedacht.

Die in der letzten Woche überraschend kräftig gesunkene US-Inflationsrate habe zu einem Umdenken bei den Marktteilnehmern geführt. Die Zinserwartungen (Forward-Sätze auf Basis des FED-Funds-Future) seien deutlich gesunken. Zum einen liege die Erwartung für den Dezemberschritt nun bei 50 Basispunkten und ein nochmaliger 75er Schritt scheine vom Tisch zu sein, zum anderen werde die "terminal rate" nun bei 4,88% gesehen, wobei das Hoch weiterhin im Frühjahr erwartet werde.

In der neuen Woche stünden in den USA neben den Daten zum Einzelhandel und der Industrieproduktion vor allem die ersten regionalen Stimmungsbarometer zur Veröffentlichung an. Diese würden zwar leicht besser erwartet als im Vormonat, da sie aber wohl weiterhin unterhalb der Expansionsschwelle liegen würden, würden die Analysten nicht davon ausgehen, dass die Zinsfantasie bezüglich der FED erneut forciert werde.

In der Eurozone scheine nur der morgige ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen von Interesse zu sein, denn die EWU-Industrieproduktion heute gelte nicht als marktbewegend, weil die nationalen Ergebnisse bereits vorlägen. Die ZEW-Erwartungen stünden unter günstigen Vorzeichen und so sollte es keinen Gegenwind für die Erwartung einer strafferen EZB-Politik geben. (14.11.2022/alc/a/a)