Heute im Fokus: US-Mittelstand und Inflation


08.11.22 08:57
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA besteht die Erwartung, dass die Notenbank auch in den kommenden Monaten an der Zinsschraube drehen wird, so die Analysten der Helaba.

Die Inflationsraten seien hoch und die konjunkturelle Dynamik solide, was auch in einem anhaltenden Beschäftigungsaufbau zum Ausdruck komme. Die Arbeitslosenquote sei zwar zuletzt gestiegen, liege mit einem Niveau von 3,7% aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Lohnsteigerungsraten seien weiterhin erhöht. Bei der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses habe FED-Chef Powell betont, dass weitere Zinserhöhungen nötig seien und der Zinsgipfel möglicherweise erst auf höherem Niveau erreicht werde als zunächst gedacht.

Gleichzeitig sei aber die Erwartung untermauert worden, dass das Tempo der jüngsten Zinserhöhungen von 75 Basispunkten je Sitzung wohl nicht dauerhaft beibehalten werde. Schon beim nächsten FOMC-Treffen im Dezember, spätestens wohl im Februar werde es zu einer Verlangsamung des Zinsanstiegs kommen. Die eingehenden Wirtschaftsdaten würden dabei eine große Rolle spielen und das Augenmerk liege in diesen Tagen auf der Veröffentlichung der US-Inflationsrate im Oktober, die am Donnerstag anstehe.

Heute finde sich nur das US-Mittelstandsbarometer des Industrieverbandes NFIB im Kalender. Neben der allgemeinen Stimmungslage der mittelständischen Wirtschaft sei diesmal auch die Befragung zu den Preiserhöhungsabsichten der Unternehmen beachtenswert. In der Tendenz gebe dieser Index Hinweise auf die Entwicklung der Kerninflation. In den letzten Monaten sei der Wert bereits deutlich gesunken und deute aufgrund des vorlaufenden Charakters auf das Erreichen des Inflationshöhepunktes hin. Gleichwohl dürfte die FED solange an dem Kurs höherer Zinsen festhalten, bis die Inflationsdynamik nachhaltig gesunken sei und Teuerungsraten in der Nähe von zwei Prozent greifbar würden. (08.11.2022/alc/a/a)