Heute im Fokus: US-Inflation


10.11.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei den Zwischenwahlen in den USA haben die Demokraten besser abgeschnitten als gedacht, so die Analysten der Helaba.

Dennoch zeichne sich im Repräsentantenhaus eine Mehrheit für die Republikaner ab, sodass Gesetzesinitiativen blockiert werden könnten und dadurch auch die Wahrscheinlichkeit für höhere Staatsausgaben in den kommenden zwei Jahren tendenziell sinke. Der konjunkturelle Ausblick habe sich zwar getrübt, allerdings gebe es noch keine klaren Hinweise auf einen starken und dauerhaften Konjunktureinbruch. Vor allem der Arbeitsmarktbericht befinde sich in einer robusten Verfassung. Zuletzt habe der Stellenaufbau positiv überrascht, zudem sei die Zahl der offenen Stellen gestiegen. Damit gebe es für die US-Notenbank auch keinen Grund, vom Plan weiterer, wenn auch geringerer Zinserhöhungen abzurücken.

Dafür spreche auch die anhaltend hohe Inflation. Heute stünden die Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an - das Datenhighlight der Woche. Zwar dürfte die Gesamtteuerungsrate den vierten Monat in Folge etwas sinken, wofür ein positiver Basiseffekt verantwortlich zu machen sei. Das Niveau sei aber weiterhin unerwünscht hoch und zudem zeichne sich bei der Kernteuerung kein deutlicher Rückgang ab. Dies werde von vielen Vertretern der US-Notenbank kritisch gesehen.

Sie würden die hohe Kerninflation als besorgniserregend bezeichnen. Daher sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die FED weiter an der Zinsschraube drehen werde - sowohl in diesem Jahr als auch zu Beginn des Jahres 2023. Zahlen oberhalb der Konsensschätzung hätten das Potenzial, dass Marktteilnehmer verstärkt darauf spekulieren würden, dass es im Dezember erneut zu einem großen Schritt in Höhe von 75 BP kommen werde. (10.11.2022/alc/a/a)