Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: US-Geldpolitik


02.11.22 08:36
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Vorfeld der FED-Entscheidung werden sich die Marktteilnehmer wohl in Zurückhaltung üben, so die Analysten der Helaba.

Mit einem Zinsschritt sei vor dem Hintergrund der hohen Inflationsraten und angesichts eines soliden Wirtschaftswachstums zu rechnen. Zudem sei die Arbeitsmarktlage weiter sehr robust und lasse noch keine Anzeichen einer Abkühlung erkennen. Eine Erhöhung der Leitzinsen um 75 BP auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00% werde sowohl von Ökonomen als auch von Marktteilnehmern als wahrscheinlich angesehen, zumal vonseiten der FOMC-Mitglieder in den letzten Wochen nur vereinzelt die Forderung nach einem abflachenden Zinspfad geäußert worden sei.

Klar sei, die meisten Geldpolitiker der FED würden es für nötig halten, den Leitzins über das neutrale Zinsniveau hinaus zu erhöhen, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken. Wo genau das neutrale Level verortet werde, bleibe derweil unklar wie auch die sogenannte "terminal rate", der Zinssatz, bei dem der Hochpunkt in diesem Zyklus markiert werden solle.

Gemessen an den Forwardsätzen auf Basis der FED-Funds-Futures würden die Geldmarktakteure das Hoch des Zinszyklus bei knapp 5% im Verlauf des Herbsts des kommenden Jahres erreicht sehen. Danach - vor allem mit Blick auf das Jahr 2024 - werde vermehrt von erhöhtem Niveau aus auf Zinssenkungen spekuliert.

Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die FED-Entscheidung werde FED-Chef Powell es aber vermutlich vermeiden, bereits jetzt Zinssenkungserwartungen zu schüren. Wohl aber dürfte auf die Datenabhängigkeit zukünftiger Entscheidungen verwiesen werden, was eine allmähliche Abflachung des Zinspfades erwarten lasse, denn konjunkturelle Risiken hätten zuletzt zugenommen und die Preisdynamik dürfte sich mittelfristig abschwächen. (02.11.2022/alc/a/a)