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Heute im Fokus: Stimmungsindikatoren


23.01.23 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Vor dem Hintergrund der hohen Inflationsraten, der Diskussion um eine Energiekrise und der steigenden Zinsen hatten in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres massiv Druck auf die Stimmungsindikatoren bei Unternehmen und Verbrauchern ausgeübt, so die Analysten der Helaba.

Während hierzulande und in der Eurozone insbesondere die Gaspreissteigerungen und die Verunsicherung über das kurz- und mittelfristig verfügbare Gasangebot belastet hätten, seien es in den USA vor allem die steigenden Zinsen gewesen. Zinssensible Sektoren stünden schon seit Monaten unter Druck und daran werde sich alsbald wohl auch nichts ändern.

Auch in Folge der warmen Witterung der letzten Wochen, aber ebenso, weil alternative Gaslieferwege erschlossen worden seien, seien die Lagerbestände zu Beginn des Jahres hoch und die Gaspreise zuletzt deutlich gefallen. Noch lägen diese über den langjährigen Durchschnittswerten, die Entspannung habe aber zu einem Sentimentwechsel beigetragen.

Erste Stimmungsbarometer, wie die ZEW-Umfrage seien mehrfach und deutlich gestiegen und auch bei den Unternehmensumfragen helle sich das Bild allmählich auf. Neue Daten zu den Einkaufsmanagerindices und dem ifo Geschäftsklima Deutschland würden in den nächsten Tagen veröffentlicht. Den Auftakt gebe heute das EU-Verbrauchervertrauen, das, wie schon das GfK-Konsumklima in Deutschland, leicht verbessert erwartet werde.

Demgegenüber fehle in der US-Industrie ein Signal, dass sich die Stimmungslage bald verbessere. Die Gaspreisschwankungen würden hierbei nur eine untergeordnete Rolle spielen und keinen Grund für eine Stimmungsaufhellung liefern. Zudem bleibe die FED zunächst auf Kurs und erhöhe die Zinsen, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage mit dem Angebot ins Gleichgewicht zu bringen. (23.01.2023/alc/a/a)