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Heute im Fokus: Risikoaversion und Geldpolitik


14.06.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Akteure sind weiterhin geschockt von der US-Inflation, die bereits das Ende der letzten Woche dominiert hatte und Zinserhöhungserwartungen haben im Zuge dessen weiter zugenommen, so die Analysten der Helaba.

Über den Zinskanal und die Rentenmärkte belaste die Inflation auch die Aktienmärkte. Hinzugekommen seien zuletzt mehrheitlich enttäuschende Konjunkturdaten, sodass die Sorgen vor einer Wirtschaftsschwäche größer würden. Die Notenbanken rund um den Globus würden sich damit in einem Dilemma befinden. Die hohe Inflation erfordere ein aggressives Vorgehen, was die konjunkturellen Perspektiven aber trüben würde.

In der Eurozone würden erschwerend nicht nur die Unwägbarkeiten wegen des nach wie vor tobenden Krieges in der Ukraine hinzukommen, sondern auch die sich im Trend weitenden Peripheriespreads. Noch zeige sich die EZB relativ unbeeindruckt von diesen Bewegungen, aber die Spielräume für die Geldpolitik seien hierzulande wohl deutlich enger als in den USA. Dort werde die FED beim morgigen FOMC-Meeting keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Zinsen schnell und deutlich nach oben geschraubt würden, um die Inflationsdynamik zu brechen. Wobei selbst Schritte um mehr als 50 BP derzeit nicht mehr ausgeschlossen würden. Es werde angenommen, dass Risiken für die Konjunktur dabei in Kauf genommen würden.

In Europa würden die Blicke datenseitig auf der ZEW-Umfrage liegen. Beim Saldo der Konjunkturerwartungen werde mit einer leichten Verbesserung von tiefem Niveau aus gerechnet. Da das Stimmungsbarometer der Finanzmarktteilnehmer im Vergleich zu den Unternehmensumfragen aber nach dem Kriegsbeginn deutlicher gesunken sei, sollte das nicht als starkes Konjunktursignal missverstanden werden. (14.06.2022/alc/a/a)