Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: Powell im Senat


22.06.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat in der letzten Woche mit der Zinserhöhung um 75 Bp. deutlich gemacht, dass sie entschieden gegen die hohe Inflation vorgehen wird, berichten die Analysten der Helaba.

Zudem sei durch FED-Chef Powell signalisiert worden, dass weitere große Schritte in den kommenden Monaten erfolgen könnten. Die Situation am US-Arbeitsmarkt mit einer niedrigen Arbeitslosenquote von 3,6% ermögliche ein aggressives Vorgehen. Dies werde der FED-Chef bei der heutigen Anhörung vor dem Senat wohl wiederholen. Die FED solle nicht nur dazu beitragen, dass Vollbeschäftigung herrsche, sondern auch für Preisniveaustabilität sorgen. Während in den Krisenjahren von Vollbeschäftigung keine Rede gewesen sei und die Inflation auf niedrigen Niveaus gelegen habe, habe sich das Bild komplett gedreht. Die Teuerung sei so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr und der Arbeitsmarkt nahezu leergefegt, sodass die Löhne kräftig steigen würden. Dennoch würden die Arbeitnehmer und Verbraucher Realeinkommensverluste erleiden, weshalb die Konsumlaune schwächele und sich die konjunkturellen Perspektiven zu trüben beginnen würden. Powell werde den Senatoren daher deutlich machen, dass der Kampf gegen die Inflation ein Beitrag zu mehr Wachstum in der Zukunft sei.

Bereits vor Monaten habe der FED-Chef auf die negativen Wirkungen von Inflation verwiesen. Vor diesem Hintergrund sehen die Analysten der Helaba keinen Anlass dafür, dass Marktteilnehmer die Zinserwartungen auf Sicht der kommenden Monate wieder zurückschrauben. Die längerfristige Perspektive sei dagegen deutlich unklarer und hierbei sollten die Entwicklungen der zinssensiblen Sektoren der Wirtschaft, wie Bau- und Immobiliengewerbe, Konsum und Investitionen im Blick behalten werden.

Am Morgen ziehe die britische Inflation im Mai die Aufmerksamkeit auf sich und diese könnte nochmals zulegen, sodass das Thema Inflations- und Zinsangst präsent bleibe. (22.06.2022/alc/a/a)