Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: Kreditvergabestandards


07.02.24 08:40
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit Freitag haben die Marktteilnehmer ihre Wetten auf den Beginn des Zinssenkungszyklus angepasst, so die Analysten der Helaba.

Starke US-Konjunkturdaten hätten die Zweifel an den ambitionierten Erwartungen größer werden lassen und folglich seien die Wahrscheinlichkeiten gesunken, mit denen Zinssenkungen im Frühjahr eingepreist seien. Die Rezession in den USA lasse weiterhin auf sich warten und mit den zu Beginn der Woche veröffentlichten Daten zu den Kreditvergabestandards scheine sich die Perspektive für die US-Wirtschaft bereits wieder aufzuhellen.

In der Vergangenheit sei dem Auf und Ab des Investitionszyklus regelmäßig eine Lockerung oder Straffung der Kreditvergabestandards vorausgelaufen. Im vergangenen Jahr hätten die gestrafften Standards auf eine erneut deutlich negative Investitionsentwicklung hingedeutet. Diese sei in dem Ausmaß ausgeblieben. Nun aber scheine der Straffungszyklus der Banken bereits dem Höhepunkt zuzusteuern.

Bereits das zweite Quartal in Folge hätten weniger Institute berichtet, die Standards erhöht zu haben. Die US-Notenbank werde dies nicht mit ungeteilter Freude zur Kenntnis nehmen, könnte dies doch bedeuten, dass eine mögliche konjunkturelle Belebung auf einen noch immer engen Arbeitsmarkt treffe. Das Inflationsrisiko könnte zunehmen. Demgegenüber könnte eine Lockerung der Kreditvergabestandards das von FED-Vertretern immer wieder angesprochene "soft landing" wahrscheinlicher machen. Alles in allem würden die Zahlen nicht den Druck erhöhen, die Zinsen zu senken.

Datenseitig gelte das Interesse heute den deutschen Produktionszahlen. Die Vorgaben seien uneinheitlich. So habe zwar der gesamte Auftragseingang mit einem Plus von 8,9% im Dezember überzeugt, ohne Großaufträge sei es aber zu einem Minus gekommen. Auch die Umsatztätigkeit der Unternehmen und der Export würden zur Vorsicht mahnen. (07.02.2024/alc/a/a)