Heute im Fokus: Inflation und Konjunktur


11.11.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in den USA ist erneut und deutlicher als erwartet gesunken, so die Analysten der Helaba.

Sie liege aber mit 7,7% weiterhin auf einem zu hohen Niveau. Auch die Kernteuerungsrate habe nachgegeben, wenngleich ein Wert von 6,3% dauerhaft inakzeptabel hoch sei. FED-Vertreter würden es zwar für verfrüht halten, von einer Zinspause zu sprechen, die Zinserhöhungsschritte könnten zukünftig aber kleiner werden.

Bei der FED habe die Rückführung der Inflation in Richtung des Zielwertes von zwei Prozent oberste Priorität. Sie scheue selbst bei einer konjunkturellen Abkühlung nicht vor Zinserhöhungen zurück. Letztlich gefährde Inflation den langfristigen Wachstumspfad einer Volkswirtschaft. Vor allem die Konsumenten würden unter dem steigenden Preisniveau leiden.

Die Verbraucherstimmung, gemessen am heute anstehenden Michigan Sentiment, sei mit dem massiven Anstieg der Inflation auf das tiefste Niveau seit Erhebung der Zeitreihe 1978 gefallen. Dies sei im Juni dieses Jahres gewesen. Seitdem habe sich die Stimmung mit dem leichten Rückgang der Inflation etwas erholt. Allerdings sei das Niveau im langfristigen Durchschnitt noch immer sehr niedrig, sodass sich daraus kein Konjunkturoptimismus ableiten lasse. Daran werde sich mit der heutigen Veröffentlichung vermutlich wenig ändern.

Großbritannien habe ebenfalls mit einer historisch hohen Inflation zu kämpfen und die Bank von England reagiere mit Zinserhöhungen. Erst in der letzten Woche sei der Basiszins um 75 BP auf 3,00% erhöht worden. Gleichzeitig würden die Währungshüter vor einer langen Rezessionsphase warnen. Im dritten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt einer ersten Schätzung zufolge gesunken sein. (11.11.2022/alc/a/a)