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Heute im Fokus: Industrieaufträge


06.02.24 08:38
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zinsfantasie beiderseits des Atlantiks hat in den letzten Tagen einen Dämpfer erhalten, nicht nur, weil die Notenbanker insgesamt zögerlich geblieben sind, auch haben wichtige Datenveröffentlichungen den Zinssenkungserwartungen keine neue Nahrung gegeben, so die Analysten der Helaba.

Vor diesem Hintergrund würden die Marktteilnehmer ihre Blicke heute Morgen auf Deutschland richten. Gerade das Verarbeitende Gewerbe habe hierzulande in den letzten Monaten Schwächen gezeigt, sodass das BIP im Schlussquartal geschrumpft sei, während andere Länder in der Eurozone stagniert hätten oder sogar gewachsen seien.

Angesichts dessen seien die anstehenden Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes des Monats Dezember von Interesse. Die Vorgaben seien gemischt. Zuletzt habe sich zwar der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes weiter verbessert, das ifo Geschäftsklima des Sektors aber kaum, wobei die Auftragskomponente jedoch habe zulegen können. Dagegen hätten die schwachen Exportzahlen gestern nochmals keinen Anlass für Euphorie gegeben. In der Summe würden die Analysten allenfalls eine leichte Erholung der Auftragslage für wahrscheinlich halten.

Auf eine allmähliche Bodenbildung scheinen auch die VDMA-Zahlen hinzudeuten, so die Analysten der Helaba. Der Anstieg der Jahresveränderungsrate im negativen Bereich habe sich auch zum Ende des Jahres fortgesetzt. Grund, bereits in den ersten Monaten des neuen Jahres mit einer dynamischen Entwicklung in der deutschen Industrie zu rechnen, gebe es aber nicht, zumal zum Ende des Vorjahres auch der private Konsum enttäuscht habe. Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone seien daher erneut negativ zu erwarten, sodass das Auspreisen der Zinssenkungsfantasie wohl zunächst nicht forciert werde. (06.02.2024/alc/a/a)