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Heute im Fokus: FED, BoE und ISM


03.11.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat das Leitzinsband erneut um 75 BP auf nunmehr 3,75 bis 4,00% erhöht und wegen der hohen Inflation weitere Schritte in Aussicht gestellt, so die Analysten der Helaba.

Es würden sich aber Anzeichen dafür mehren, dass das Tempo der Zinserhöhungen nachlassen könnte. So habe das FOMC darauf hingewiesen, dass die bereits erfolgten Erhöhungen, die Wirkungsverzögerungen der Erhöhungen sowie die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen zukünftig berücksichtigt werden sollten. Marktseitig werde der Zinsgipfel im Mai 2023 bei etwa 5,10% gesehen.

In den USA scheine das Inflationshoch allmählich überschritten zu sein und es gebe Hinweise, dass die Dynamik der konjunkturellen Entwicklung nachlasse. In diesem Zusammenhang sei auf den ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes verwiesen, der heute zur Veröffentlichung anstehe. Das Pendant des Industriesektors sei bereits gesunken und liege nur noch knapp oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten.

Davon sei der Dienstleistungssektor noch weit entfernt, allerdings zeichne sich auch dort eine Stimmungsabkühlung ab. So würden die regionalen Service-Indices auf einen rückläufigen Wert schließen lassen.

Das Dilemma der Bank von England scheine noch größer zu sein als dass der US-Notenbank. Die Konjunkturaussichten seien trüber und trotzdem hätten die Währungshüter angesichts der hohen Inflation keine andere Wahl, als die Geldpolitik zu straffen. Sie dürften heute den Basiszins von 2,25% zügiger als bisher um vermutlich 75 BP anheben. Die Analysten würden ein Leitzinsniveau von 4,5% bis spätestens im Frühjahr 2023 für möglich halten. (03.11.2022/alc/a/a)