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Heute im Fokus: Europäische Stimmungslage


23.09.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wichtige Zentralbanken haben im laufenden Monat Zinserhöhungen beschlossen und dabei deutlich gemacht, dass weitere Straffungen der Geldpolitik nötig sein werden, um die Inflationsraten zu drücken, berichten die Analysten der Helaba.

Dabei würden konjunkturelle Abschwächungen oder gar Rezessionen in Kauf genommen. Weniger Dynamik sei mithin Mittel zum Zweck. Die Einschätzungen der Geldpolitik zur aktuellen Lage würden kaum von wirtschaftlicher Skepsis, sondern davon zeugen, dass das Inflationsrisiko als dominant angesehen werde. Jüngst habe EZB-Direktorin Schnabel davon gesprochen, dass sie eher eine Stagnation als eine Rezession in der Eurozone sehe.

Vor diesem Hintergrund würden die eingehenden Stimmungsbarometer, die heute auf der Agenda stünden, mit Argusaugen betrachtet. Die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindices in Deutschland und der Eurozone - ebenso in Frankreich - stünden unter ungünstigen Vorzeichen. So hätten andere Umfragewerte für den laufenden Monat wie zum Beispiel die ZEW-Salden oder das sentix-Barometer sowohl in der Lageeinschätzung als auch bei den Erwartungen nachgegeben. Zwar seien diese Umfragen zumeist volatiler als die Einkaufsmanagerindices, die riesige Lücke, die sich zwischen den beiden Arten von Konjunkturindikatoren ergebe, mahne aber zur Vorsicht. Schon jetzt lägen die PMIs an oder leicht unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Weitere Rückgänge sollten aber dennoch nicht überraschen und so würde das Risiko einer Winter-Rezession nochmals erhöht.

Wegen des klaren Bekenntnisses der Notenbanken, die Inflation auch zum Preis von Wachstumseinbußen oder Rückschritten zu bekämpfen, würden die heutigen Werte aber wohl nicht in der Lage sein, das Markt-Sentiment zu drehen. (23.09.2022/alc/a/a)