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Heute im Fokus: Nach der EZB ist vor der FED, BoE, SNB,...


13.06.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank läutet die Zinswende ein und folgt somit anderen wichtigen Notenbanken, so die Analysten der Helaba.

Dies sei am vergangenen Donnerstag beschlossen worden und habe die Finanzmärkte dominiert, denn die Zinserhöhungserwartungen in der Eurozone hätten nochmals zugenommen. Auch in dieser Woche stünden Notenbankentscheidungen im Fokus. So werde die FED am Mittwochabend die US-Leitzinsen anheben und am Donnerstag folge die Bank von England (BoE).

Bezüglich der FED sei es nahezu eine ausgemachte Sache, dass das Leitzinsband um 50 Basispunkte auf dann 1,25% bis 1,50% nach oben geschoben werde. Viele FOMC-Mitglieder inklusive FED-Chef Powell hätten dies in den letzten Wochen signalisiert und darüber hinaus sei auch im kommenden Monat mit einem großen Zinsschritt zu rechnen.

Als problematisch würden die Geldhüter in Washington ansehen, dass die Inflation auf hohem Niveau liege und zudem breit angelegt sei. Der enge Arbeitsmarkt, steigende Rohstoffpreise und Lieferkettenprobleme würden für Druck sorgen und ein aggressives Gegensteuern erfordern. Dazu würden nicht nur Zinserhöhungen, sondern auch ein mengenmäßiges Straffen (QT) zählen. Diese Bilanzverkürzung der FED sei bereits in Gang gesetzt worden und werde sich weiter fortsetzen. Mit einer Forcierung dieses Prozesses würden die Analysten indes nicht rechnen.

In Großbritannien werde die BoE ebenfalls ein weiteres Mal an der Zinsschraube drehen. Wie in Kontinentaleuropa und den USA erzwinge die hohe Inflation Gegenmaßnahmen. Es wäre die fünfte Zinserhöhung seit Dezember. Auch andere Notenbankentscheidungen stünden demnächst an. (13.06.2022/alc/a/a)