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Heute im Fokus: EZB-Liquidität


16.01.23 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Freitag haben die europäischen Banken angekündigt, ihre langfristigen Refinanzierungsoperationen (TLTRO) in der Summe lediglich um 62,7 Mrd. EUR (erw.: 213 Mrd.) zu reduzieren, so die Analysten der Helaba.

Damit sinke das ausstehende Volumen auf knapp unter 1,3 Bio. EUR. Das sei noch immer mehr als die Hälfte des Maximalbetrages, der während der Pandemie jenseits von 2,2 Bio. EUR erreicht worden sei. Mithin komme die EZB mit dem angestrebten Abbau der Bilanzsumme und damit einhergehend auch der Überschussreserve nur langsam voran. Die Überschussreserve sei nicht nur durch die TLTROs aufgebläht worden, sondern auch mit den Anleihekäufen im Rahmen von APP und PEPP.

Zuletzt habe der Wert der überschüssigen Zentralbankliquidität um 4 Bio. EUR geschwankt. Das seien zwar bereits über 700 Mrd. EUR weniger als am Hochpunkt, sei aber dennoch gewaltig und passe nicht in das Umfeld einer starken Inflation, deren Rate in dieser Woche oberhalb von 9% bestätigt werden sollte. Da die Wertpapierbestände des APP der EZB erst ab März allmählich abgeschmolzen werden sollten und die PEPP-Fälligkeiten bis mindestens Ende 2024 vollständig reinvestiert würden, sei noch eine lange Periode mit einer hohen Überschussreserve zu erwarten - auch wenn diese im Zeitablauf sinke. Eine vollständige Normalisierung hin zu Zuständen wie vor der Krise von 2008 sei bisher nicht abzusehen.

Datenseitig bleibe es heute ruhig und auch vonseiten der Notenbanken gebe es keine Einträge im Kalender. In den USA würden zudem die Märkte geschlossen bleiben, weil der Martin Luther King Day gefeiert werde. Vor diesem Hintergrund sei eine Verschnaufpause in den verschiedenen Marktsegmenten möglich. (16.01.2023/alc/a/a)