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Heute im Fokus: Datenflut


23.11.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA wird morgen Thanksgiving gefeiert und am Freitag werden viele US-Amerikaner den Tag zu Hause oder im Black-Friday-Wahnsinn verbringen, so die Analysten der Helaba.

Daher würden einige Datenveröffentlichungen auf heute vorgezogen, sodass der Kalender nicht nur von europäischer Seite gut gefüllt sei. Am Vormittag würden die Vorabschätzungen der europäischen Einkaufsmanagerindices das Geschehen bestimmen. Angesichts der problematischen Situation wegen der hohen Preissteigerungsraten und noch vorhandener Lieferprobleme sowie der steigenden Zinsen, werde erneut mit schwachen Ergebnissen gerechnet.

Erste Stimmungsverbesserungen unter den Finanzmarktakteuren würden aber darauf hindeuten, dass es nicht zu regelrechten Einbrüchen komme. Gegenüber den Konsensschätzungen in Deutschland und der Eurozone würden die Analysten kein Enttäuschungspotenzial ausmachen. Von einer konjunkturellen Trendwende könne aber bei durchgängig unterhalb der Wachstumsschwelle erwarteten PMIs wohl nicht gesprochen werden.

Die Aufmerksamkeit bei den US-Daten gelte den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter (Durable Goods), die einen Hinweis auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen liefere. Trotz der sich eintrübenden Stimmungsindikatoren auch im Verarbeitenden Gewerbe der USA hätten die Durable Goods Orders im Trend seit dem Pandemieschock zugelegt. Sollte sich dies fortsetzen und zudem von anhaltend niedrigen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe begleitet werden, dürfte sich die FED in der Absicht bestätigt sehen, die Zinsen im Dezember weiter zu erhöhen. Das Sitzungsprotokoll werde das Bild diesbezüglich abrunden. Einige FED-Vertreter hätten für die "terminal rate" jüngst Werte von 5% und mehr in die Diskussion gebracht. Die marktseitigen Zinserwartungen hätten dementsprechend wieder zugelegt, nachdem zwischenzeitlich das Zinstop klar unter 5% gepreist worden sei. (23.11.2022/alc/a/a)