Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: Bank von England


04.08.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte sind in einer nervösen Grundstimmung, so die Analysten der Helaba.

Neben den Konjunktursorgen und der Angst vor hoher Inflation gebe es schwer kalkulierbare geopolitische Risiken wie jüngst die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China. In dieser Gemengelage sei es für Notenbanken schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen, zumal Wirkungsverzögerungen zu berücksichtigen seien.

Heute entscheide die Bank von England über das weitere Vorgehen in der Geldpolitik. Die Währungshüter hätten im Gegensatz zur EZB bereits Ende letzten Jahres den Zinserhöhungszyklus eingeleitet und seitdem den Basiszins vom Rekordtief von 0,1% auf 1,25% erhöht. Ein weiterer Anstieg um 0,5 Prozentpunkte sei angesichts der auf einem 40-Jahreshoch liegenden Inflation von zuletzt 9,4% wahrscheinlich. BoE-Chef Bailey habe in jüngerer Zeit seine Bereitschaft zu stärkeren Maßnahmen erkennen lassen. Eine Erhöhung um 50 BP sei "nicht vom Tisch". Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Großbritannien noch relativ solide seien. Die Einkaufsmanagerindices würden sich komfortabel im Expansionsbereich halten.

Auch andere Zentralbanken würden derzeit ihren Willen bekunden, der Inflation mit weiteren Zinserhöhungen zu begegnen. Vor diesem Hintergrund sei auf die Reden diverser FED-Vertreter verwiesen. Zuletzt hätten Bullard, Evans, Barkin sowie Kashkari für fortgesetzte Zinserhöhungen plädiert. Heute spreche Cleveland-FED-Chefin Loretta Mester, die sich in jüngerer Vergangenheit ebenfalls für eine restriktivere Gangart ausgesprochen habe. (04.08.2022/alc/a/a)