Erweiterte Funktionen

Heute im Fokus: Arbeitsmarkt und Zinserwartungen


08.02.24 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den letzten Tagen haben die Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen etwas nachgelassen, so die Analysten der Helaba.

Dafür seien in erster Linie die robusten US-Daten verantwortlich gewesen (Arbeitsmarktbericht und ISM-Serviceindex) sowie Stellungnahmen diverser FED-Vertreter. Cleveland-FED-Präsidentin Loretta Mester halte es beispielsweise für einen Fehler, die Zinsen zu früh zu senken. Auch andere Notenbanker würden keine besondere Eile erkennen lassen. Letztlich würden das inflationäre und konjunkturelle Umfeld entscheiden.

Das heutige Interesse gelte den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Diese hätten sich zuletzt zwar leicht erhöht, sie lägen aber noch immer auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Hinweise auf eine nachlassende Dynamik des Beschäftigungsaufbaus würden sich von ihnen nicht ableiten lassen.

Der Arbeitsmarkt in den USA befinde sich in einer überraschend robusten Verfassung. Im Januar seien 353 Tausend neue Stellen geschaffen worden und im Durchschnitt der letzten zwölf Monate seien es monatlich etwa 240 Tausend gewesen. Die Arbeitslosenquote sei mit zuletzt 3,7% vergleichsweise niedrig und die durchschnittlichen Stundenlöhne mit einem Vorjahresplus von 4,5% ansehnlich.

All dies spreche nicht für schnelle und deutliche Zinssenkungen. Es müsste schon zu einem merklichen Anstieg der Erstanträge kommen, um Hinweise auf eine Beschäftigungseintrübung zu bekommen und die Zinssenkungsfantasie wieder zu beflügeln. Diese sei trotz der Korrektur noch immer als ambitioniert zu bezeichnen. Bis zum Ende dieses Jahres würden etwa fünf Schritte à 25 Basispunkte eingepreist und per Mai sei ein erster Schritt vollständig eskomptiert. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder halte dagegen etwa drei Schritte für angemessen. (08.02.2024/alc/a/a)