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Großbitannien: Das Pfund schwächelt trotz Zinssteigerung


23.09.22 12:30
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Inflation verharrt auf hohem Niveau, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" weekly.

Laut einer Rückrechnung des britischen Statistikamts ONS sei die Teuerung zuletzt im Jahr 1982 höher gewesen als heute. Kaum ein Land im Westen leide so sehr unter steigenden Preisen wie Großbritannien. Die neue Premierministerin Liz Truss wolle mit einem 150 Millionen Pfund schweren Ausgabenpaket die sozialen Härten der Inflation abmildern, während die Notenbank mit drastischen Zinserhöhungen dagegenhalte. Nach der kräftigen Leitzinserhöhung der FED habe auch die Bank of England (BoE) an diesem Donnerstag die sogenannte Bank Rate um 50 Basispunkte auf 2,25 Prozent nach oben geschraubt.

Inflationserwartungen auf Rekordniveau

Dies dürfte allerdings nicht reichen, um die Teuerung im Zaum zu halten, wie die vierteljährliche Umfrage der BoE signalisiere: Im Schnitt würden die Briten für 2023 eine Inflationsrate von 4,9 Prozent erwarten. Im Mai, bei der letzten Erhebung, seien es noch 4,6 Prozent gewesen. Damit seien die Inflationserwartungen hoch wie nie. Trotz des höchsten Zinsniveaus seit der Finanzkrise 2008 habe das Pfund seit Anfang August zum Euro um rund 4 Prozent abgewertet. Großbritanniens Währung leide zu sehr darunter, dass die Rezessionssorgen in Großbritannien noch ausgeprägter seien als im Euroraum. Zudem sei die Inflation auf der Insel höher. Eine Trendwende beim Währungspaar Pfund/Euro erscheine zwar möglich, aktuell aber nicht sehr wahrscheinlich. (23.09.2022/alc/a/a)