Erweiterte Funktionen

Geldpolitik: Rückkehr zu positiven nominalen Zinsen


18.01.23 10:46
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Zuge der Normalisierung der Geldpolitik, also der Abkehr von den ultra-lockeren Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation, sind die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank angestiegen, so die Analysten der DekaBank.

Es sei davon auszugehen, dass sie längerfristig auf einem im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt höheren Niveau bleiben würden. Die Zeit der Niedrig- oder gar Negativzinsen sei somit vorbei. Das allgemeine Zinsniveau dürfte jedoch moderat bleiben.

In der Zeit des Übergangs stünden die Zentralbanken vor einer großen Herausforderung: Ein Anheben der Leitzinsen sei eine effektive Maßnahme gegen die hohe Inflation, höhere Zinsen seien jedoch - zumindest oberhalb einer kritischen Schwelle - schädlich für das Wirtschaftswachstum. Im ungünstigen Fall könne eine Volkswirtschaft infolgedessen in eine Rezession abrutschen. Diese vorübergehende Unsicherheit führe noch für eine gewisse Zeit zu ungewöhnlich starken Schwankungen an den Kapitalmärkten.

Für die Kapitalmärkte würden sich nach der Bewältigung der Übergangsphase ab 2023 gute Perspektiven bieten. Die Rückkehr zur normalen Inflationswelt und einem moderat höheren Zinsniveau führe in allen vier großen Anlageklassen - Liquidität, Renten, Immobilien und Aktien - zu verbesserten Renditeperspektiven für die Anleger, also zu höheren nominalen Gesamtertragserwartungen. Wolle man Vermögensaufbau betreiben und eine nennenswerte Rendite erwirtschaften, bedürfe es einer aktiven Geldanlage. Man möge es drehen und wenden, wie man wolle: an Wertpapieranlagen führe hierbei kein Weg vorbei.

Für den sinnvollen Vermögensaufbau benötige man weiterhin eine geeignete Mischung der Anlageklassen, um das Portfolio besser gegen Schwankungen zu schützen und zugleich die Chancen auf attraktive Renditen zu wahren. Mit regelmäßigen Sparraten mache man sich als Anleger zudem unabhängig von der Frage nach dem "richtigen" Einstiegszeitpunkt. Denn dieser lasse sich immer erst im Nachhinein sicher bestimmen. (Ausgabe Januar 2023) (18.01.2023/alc/a/a)