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Geldpolitik: Öffentliche Auftritte von FED- und EZB-Offiziellen bleiben weiterhin im Fokus


08.02.24 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Talfahrt der deutschen Produzenten verschärft sich, so die Analysten der NORD/LB.

Laut Statistischem Bundesamt hätten Bau, Industrie und Energieversorger im Dezember 1,6% weniger hergestellt als im Vormonat. Dies sei der stärkste Rückgang seit März 2023 und der vierte Rückgang in Folge. Teure Energie, geopolitische Risiken, hohe Zinsen sowie eine verhaltene Weltkonjunktur würden belasten. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätige die Lage: "Eine Trendwende zeichnet sich noch nicht ab … erst im weiteren Jahresverlauf dürfte eine binnenwirtschaftlich getragene Erholung einsetzen."

Heute stünden keine ganz so wichtigen Konjunkturdaten mehr zur Veröffentlichung an. Die Marktteilnehmer würden aber wohl mit einem Auge auf die wöchentlich gemeldeten Zahlen zur Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA blicken müssen. Öffentliche Auftritte von Offiziellen der FED und der EZB würden natürlich weiterhin im Fokus bleiben. Die Notenbank vom Main publiziere zudem ihren Wirtschaftsbericht.

Renditen 10-jähriger deutscher Bunds hätten am Mittwoch leicht angezogen (+2 Bp). Sorgen über das Engagement europäischer Banken in US-Gewerbeimmobilien hätten den Gesamtmarkt überschattet. Auch deutsche Geldinstitute würden ins Rampenlicht rücken. US-Finanzministerin Yellen habe die Einbußen im Gewerbeimmobilien-Sektor sogar als besorgniserregend tituliert. Wörtlich habe sie gesagt, dass einige Institute "ziemlich unter Stress" ständen. In diesem weltweiten Konzert der Zentralbanker wiege das Wort von EZB-Mitglied Isabel Schnabel schwer. In einem Interview mit der "Financial Times" habe sie gesagt, dass die Daten explizit vor einer zu frühen Zinssenkung warnen würden. (08.02.2024/alc/a/a)