Für die Märkte sind die US-Inflationsdaten wichtiger als das Wahlergebnis


09.11.22 16:07
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Die Zwischenwahlen in den USA scheinen bis zum Schluss spannend zu bleiben, insbesondere im Senat, wo die Demokraten nur über eine knappe und damit brüchige Mehrheit verfügen, so Maria Municchi, Fondsmanagerin im Multi-Asset-Team bei M&G Investments.

Die jüngsten Umfragen würden die Republikaner auf dem besten Weg sehen, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu übernehmen, aber auch ein Sieg der Republikaner im Senat sei nicht außer Reichweite.

Historisch gesehen seien Zwischenwahlen meist ungünstig für die Partei, die die Regierung stelle, zumal in ihrer ersten Amtszeit. Für die meisten Wähler stehe diesmal der Zustand der US-Wirtschaft im Vordergrund, insbesondere die steigenden Verbraucherpreise und das Risiko einer Rezession. Wenn die Republikaner eine oder beide Kammern des Kongresses übernehmen würden, könnte das die Gesetzgebung für die nächsten Jahre lähmen, gerade bei wichtigen Themen wie Besteuerung, Konjunkturmaßnahmen und Schuldenobergrenze. Ein solches Ergebnis dürfte in dieser für das Land kritischen Zeit der US-Notenbank deutlich mehr Einfluss auf die Wirtschaftspolitik geben.

Die Experten würden davon ausgehen, dass sich die Marktvolatilität im Zusammenhang mit dem Wahlausgang in Grenzen halten werde. Anleger würden eher die für Freitag angekündigten US-Verbraucherpreisdaten im Blick behalten und auf Anzeichen achten, ob die Inflation von den Konsenserwartungen abweiche. Die Experten würden erwarten, dass die Inflation zwar allgemein nachlasse, sich in manchen Sektoren aber hartnäckiger zeige, so wie es die FED in letzter Zeit auch schon angekündigt habe. (09.11.2022/alc/a/a)