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FED wird ihren geldpolitischen Straffungskurs rigoros fortsetzen - Auch die EZB verschärft die Gangart


12.09.22 09:56
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Auf der alljährlichen Notenbankertagung in Jackson Hole hat US-Notenbank-Präsident Jerome Powell allen, die bereits auf eine weniger aggressive Geldpolitik der Federal Reserve (FED) spekulierten, eine klare Absage erteilt, so Dr. Ulrich Stephan von Postbank Research in der aktuellen Ausgabe von "Kapitalmarktausblick".

Angesichts unvermindert hoher US-Inflationsraten habe der FED-Chef weitere Leitzinserhöhungen angekündigt und signalisiert, dass die Zinsen für eine längere Zeit auf einem hohen Niveau verharren könnten. Um das von der FED mittelfristig angestrebte Inflationsziel von 2% zu erreichen, seien die Währungshüter auch bereit, negative Auswirkungen auf Konjunktur und Arbeitsmarkt in Kauf zu nehmen. Powell habe aber offen gelassen, ob die FED auf ihrer nächsten Notenbanksitzung Ende September den Leitzinskorridor erneut rigoros um 75 Basispunkte auf dann 3,00% bis 3,25% anheben werde.

Dem eindeutigen Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung von FED-Chef Powell seien in Jackson Hole auch einige Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) gefolgt. In den folgenden Tagen habe sich dann zunehmend abgezeichnet, was der EZB-Rat nun auch beschlossen habe: Der Leitzins sei um 75 Basispunkte auf 1,25% und der zurzeit noch wichtigere Einlagenzins von 0% auf 0,75% angehoben worden - der größte Zinsschritt in der Geschichte der Notenbank. Auch die EZB müsse verstärkt auf die Inflationserwartungen blicken. Die Deutsche Bank prognostiziere zum Jahresende einen Einlagesatz von 1,25% und auf Sicht von zwölf Monaten von 2%. (Ausgabe September 2022) (12.09.2022/alc/a/a)