FED wird die Inflation mit einer weiteren Leitzinserhöhung um 75 Basispunkte bekämpfen


01.11.22 11:38
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Marktmeinung, dass die FED am 2. November zum vierten Mal in Folge die Inflationsrate um 75 Basispunkte anheben wird, ist angesichts der hohen VPI-Inflationsdaten der letzten Zeit gerechtfertigt: Die Gesamtinflationsrate lag im September im Jahresvergleich bei immer noch hohen 8,2%, so David Norris, Head of US Credit bei TwentyFour Asset Management.

Die eigentliche Enttäuschung sei aber die höher als erwartete Monatsrate von 0,4% gewesen. Seit der Veröffentlichung dieser Zahlen Mitte Oktober sei eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte fest eingepreist worden. Seither hätten die FED-Funds-Futures in ihrer Vorhersage für den FED-Leitzins zwischen 4,75% und 5,25% geschwankt.

Die jüngsten schwachen Wirtschaftsdaten für den Wohnungsbau und die Vorausschätzungen für die Einkaufsmanagerindices ("Flash-PMIs") für Oktober würden einen deutlichen Rückgang zeigen. Erwähnenswert seien die vorläufigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal, die mit 2,6% leicht über den Erwartungen gelegen und den jüngsten Trend eines negativen BIP-Quartalswachstums umgekehrt hätten.

Unabhängig von den Wirtschaftsdaten konzentriere sich die FED vorerst ganz auf die Bekämpfung der Inflation, weshalb sie für die Novembersitzung eine Leitzinserhöhung um 75 Basispunkte anstrebe. In Zukunft werde sich aber immer mehr die Frage stellen, ob und wann die FED eher den Fuss vom Gas nehmen werde, statt potenzielle "Brüche" im Markt zu riskieren, wenn sie das aggressive Tempo der Straffung beibehalte.

Es scheint, dass wir uns dem Höhepunkt der Inflation nähern, so die Experten von Vontobel Asset Management. Das könnte die Märkte stabilisieren und der FED die Möglichkeit geben, eine Pause einzulegen, um die Auswirkungen ihrer schnellen Zinserhöhungen auf die Inflation und die Wirtschaft zu bewerten. Sollte sich die Inflation umkehren und die Wirtschaft abschwächen, dürfte der Druck auf die FED nachlassen. Der Markt rechne allerdings immer noch mit einer weiteren Zinserhöhung um 50 Basispunkte im Dezember.

Weitere Inflationsdaten in Form des von der FED favorisierten Beschäftigungskostenindex und der Kernrate der privaten Konsumausgaben (Core PCE) hätten den Erwartungen entsprochen, was die Forderung nach einer Zinserhöhung im Dezember weiterhin unterstützen würde. Letztendlich werde die FED wahrscheinlich damit beginnen, den Umfang der Zinserhöhungen zu reduzieren und dann eine Pause einlegen, um ihre kumulative Wirkung zu bewerten. Die Experten würden jedoch davon ausgehen, dass die offizielle Sprachregelung vorerst weiter "höher für länger" ("higher for longer") lauten werde, anstatt zu einer modifizierten Formulierung überzugehen.

Historisch betrachtet würden die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen kurz vor der letzten Zinserhöhung der FED in jedem Zyklus ihren Höhepunkt erreichen. Ein Höchststand bei den Renditen wäre eine positive Entwicklung und würde für sich genommen stabilisierend auf den Markt wirken. Die Experten würden glauben, dass die FED die Zinsen tatsächlich länger hochhalten werde. Angesichts dieses Szenarios würden die Experten bei festverzinslichen Wertpapieren einige sehr attraktive Werte sehen. Bei Unternehmensanleihen würden sie weiterhin eine höhere Qualität und eine geringere Duration bevorzugen, um von der Roll-Down- und Pull-to-Par-Dynamik zu profitieren, die bei derart hohen Renditen sehr attraktiv sein könne. (01.11.2022/alc/a/a)





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