FED vor weiterem Leitzinsanstieg


07.06.22 11:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Vorlaufindikatoren wie Einkaufsmanagerindices deuten weiter auf eine solide ökonomische Entwicklung der US-Volkswirtschaft hin, so die Analysten von Postbank Research.

Der leichte Anstieg des ISM-Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA von 55,4 auf 56,1 im Mai suggeriere, dass die Lieferkettenschwierigkeiten langsam abklingen würden, was der Industrie neuen Schub verleihen könnte.

Der Inflationsdruck scheine in den USA seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Die Verbraucherpreisinflation sei im April leicht von 8,5% auf 8,3% zum Vorjahr zurückgegangen.

Der US-Arbeitsmarkt bleibe weiter in einer starken Verfassung. Die Arbeitslosenquote stehe mit weiterhin 3,6% nur 0,1%-Punkte oberhalb des Vor-Corona-Tiefs. Allerdings würden sich erste Abschwächungstendenzen erkennen lassen. Die Anzahl an offenen Stellenangeboten sei zuletzt leicht zurückgegangen und die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung seien langsam nach oben geklettert.

Die US-Notenbank FED werde vermutlich auf ihrer nächsten Sitzung Mitte Juni ein weiteres Mal die Leitzinsen um 50 Basispunkte erhöhen. Daneben habe sie im Juni mit ihrem Bilanz-Abbauprogramm begonnen. Jedoch sei zuletzt die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass nach zwei weiteren Zinsschritten á 50 Bp auf den beiden kommenden Sitzungen die US-Notenbank die Zinserhöhungen anschließend verlangsame.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries könnte von aktuell 2,91 Prozent (Stand: 03.06.2022) auf 3,30 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Zinsbulletin Juni 2022) (07.06.2022/alc/a/a)