FED dürfte Leitzinsen kräftig erhöhen


19.09.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gestiegene Zinserhöhungserwartungen, vor allen in den USA aber auch in der Eurozone, dominierten das Marktgeschehen in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche, so die Analysten der Helaba.

Nach Erachten der Analysten bestehe kein Zweifel daran, dass die FED die Leitzinsen am Mittwochabend ein weiteres Mal kräftig erhöhen werde, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken. Ein Zinsschritt von 75 Basispunkten sei dabei wahrscheinlich, wenngleich einige Akteure auf 100 Basispunkte setzen, oder dies zumindest einfordern würden.

Die in dieser Woche anstehenden US-Datenveröffentlichungen würden derweil ein gemischtes Bild liefern. Den Auftakt gebe der NAHB-Wohnungsmarktindex. Das Stimmungsbarometer habe nach dem Höhenflug im Anschluss an die Pandemiekrise korrigiert, im Vergleich zu dem Einbruch der Kaufbereitschaft der Verbraucher in Bezug auf Immobilien sei die Stimmungseintrübung aber zurückgeblieben. Dies weise auf die weiterhin bestehenden Abwärtsrisiken hin.

Angesichts dessen hätten sich in den letzten Monaten auch die Immobilienverkaufszahlen abgeschwächt und für die in dieser Woche ebenfalls anstehenden Zahlen zum Verkauf bestehender Häuser sei die Vorgabe vonseiten der schwebenden Hausverkäufe nochmals schwach. Die Perspektiven für das Baugewerbe seien entsprechend getrübt und da sollte auch der von den Analysten erwartete Rebound der Baubeginne im August nicht überinterpretiert werden. Diese seien im Juli bereits deutlich gesunken, während die Baugenehmigungen stabil geblieben seien, sodass ein gewisses Aufholpotenzial bestehe. Bei den Baugenehmigungen selbst aber würden die Analysten mit einem kräftigen Minus rechnen. (19.09.2022/alc/a/a)