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FED bremst Vorfreude aus Zinssenkung im März


09.02.24 12:41
21Shares AG

Zug (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche veröffentlichten große Tech-Unternehmen wie Alphabet, Apple und Microsoft ihre Ergebnisse für das letzte Quartal des vergangenen Jahres, so Leena ElDeeb und Karim AbdelMawla von Research Associates bei 21Shares.

In diesem Bericht würden Leena ElDeeb und Karim AbdelMawla von Research Associates bei 21Shares unter anderem auf die Frage eingehen, ob eine Korrelation zwischen diesen Ergebnissen und den Ereignissen auf dem Krypto-Markt bestehe. Darüber hinaus würden sie einen Blick auf die Liquidierungen werfen, die der Markt aufgrund einiger Konkursverfahren erwarte. Schließlich würden Leena ElDeeb und Karim AbdelMawla erläutern, was über den zeitweisen Ausfall des Solana-Mainnet aktuell bekannt sei.

Starke Fundamentaldaten der US-Wirtschaft würden für Optimismus sorgen

Keine Zinslockerung in Sicht: Der jüngsten makroökonomischen Datenlage zufolge habe die US-Notenbank FED entschieden, die Zinssätze innerhalb der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent zu belassen. So hätten die Notenbanker in ihrer jüngsten Erklärung betont, dass es weiterer beruhigender Konjunkturdaten bedürfe, bevor eine Senkung der Kreditkosten zu erwägen sei. Es gebe jedoch ermutigende Anzeichen dafür, dass die US-Wirtschaft die Erwartungen übertreffe. So seien im Januar 2024 353.000 neue Arbeitsplätze, also weitaus mehr als nur die erwarteten 185.000 geschaffen worden, die Arbeitslosenquote habe sich mit 3,7 gegenüber den prognostizierten 3,8 Prozent stabil gehalten. Darüber hinaus sei das Lohnwachstum im Jahresvergleich auf 4,5 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, während das Verarbeitende Gewerbe in den USA mit einem Anstieg des Einkaufsmanagerindex (PMI) von 47,1 auf 49,1 Prozent seine Widerstandsfähigkeit und Dynamik unter Beweis gestellt habe.

Nicht nur Lohn- und Arbeitplätzewachstum würden sich positiv entwickeln, auch die US-Wirtschaft als Ganzes habe mit 3,3 gegenüber den zuvor geschätzten 2 Prozent im letzten Quartal ein deutliches Wachstum verzeichnet. Starke Gewinnmeldungen großer Unternehmen wie Meta und Amazon würden zudem das Vertrauen des Marktes stärken, wobei die Wachstumsschätzungen mit 7,8 gegenüber 6,4 Prozent auch hier die Erwartungen übertroffen hätten und der S&P 500-Index infolgedessen ein Allzeithoch erreicht habe.

Trotz dieser positiven Indikatoren, die die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern unterstreichen, scheinen die Aussichten auf eine Zinssenkung der FED im März begrenzt, so Leena ElDeeb und Karim AbdelMawla von Research Associates bei 21Shares. FED-Chef Jerome Powell habe dies bekräftigt und eine Zinssenkung im März als unwahrscheinlich bezeichnet. Angesichts der jüngsten leichten Erholung von Bitcoin in Korrelation mit dem S&P 500 und dem NASDAQ müssten die Wirtschaftsindikatoren genau beobachtet werden, um die potenziellen Spillover-Effekte der Indices auf Bitcoin zu beurteilen. Ebenso wichtig sei es, abzuschätzen, wann die FED die Zinsen senken werde, da dies Auswirkungen auf risikofreudige Anlageklassen wie Krypto haben werde, da die Politik der quantitativen Lockerung (QE) dem Markt mehr Kapital und Liquidität zuführe und gleichzeitig die Risikobereitschaft der Anleger erhöhe.

Erwartete Liquidierungen im Rahmen der Konkursverfahren von FTX und Genesis

Nun stehe fest: Nach Monaten der Ungewissheit werde das Unternehmen FTX die gleichnamige, desolate Kryptobörse nicht wieder eröffnen. Vielmehr plane das Unternehmen eine vollständige Entschädigung seiner Kunden - und zwar auf der Grundlage der Preise vom November 2022. Zu diesem Zeitpunkt habe der Preis eines Bitcoin bei weniger als 17.000 Dollar gelegen - auch als Folge der Dollarisierung von FTX, bei der die Verbindlichkeiten des Unternehmens in US-Dollar bewertet worden seien. Bislang habe FTX mindestens 7 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten zurückerhalten. Deren Liquidierung solle die Entschädigungszahlungen ermöglichen. Dieser Vorgang könnte den Markt allerdings in ähnlicher Weise in Mitleidenschaft ziehen, wie kurz nach der Zulassung der börsengehandelten Bitcoin-Spotfonds (ETFs), als FTX in den USA GBTC-Aktien (Grayscale Bitcoin Trust) verkauft habe.

Der Krypto-Kreditgeber Genesis bemühe sich indes um eine gerichtliche Genehmigung für den Verkauf von 1,6 Milliarden US-Dollar seiner Vermögenswerte aus dem Grayscale Trust, nachdem eine Vergleichsvereinbarung mit der Securities and Exchange Commission (SEC) über 21 Millionen Dollar geschlossen worden sei.

Der Hintergrund: Die Nutzer von FTX und Genesis würden neben den Gläubigern der im Jahr 2014 insolventen Krypto-Börse MtGox die beiden größten Gegenwinde bilden. Aus dieser Erfahrung heraus sei es wichtig, jede Quelle für externen Verkaufsdruck zu identifizieren, die den Markt beeinflussen könnte.

Solana-Netzwerk erleide Ausfall - Was sei passiert?

Solana sei eine Blockchain-Plattform und zugleich das nach Marktkapitalisierung fünftgrößte Kryptoasset. Als Plattform für Krypto-Projekte biete sie eine schnelle, kostengünstige und skalierbare Infrastruktur und werde auch zur Erstellung von Krypto-Apps genutzt. Am 6. Februar sei das Solana-Mainnet (d.h. die Solana-Blockchain) für rund fünf Stunden ausgefallen. Es sei nicht das erste Mal gewesen, denn Solana sei in den letzten Jahren bereits elfmal ausgefallen.

So störend der Ausfall auch gewesen sei, er habe nicht dazu geführt, dass die Gelder von Nutzern in der Höhe von rund 3 Milliarden Dollar ausgefallen seien. Lediglich laufende Transaktionen seien beeinträchtigt gewesen und seien misslungen. Um den Netzwerkausfall zu beheben, hätten Ingenieure aus verschiedenen Bereichen des Ökosystems mit dem Ziel zusammengearbeitete, eine neue Validator-Software mit einem grundlegenden Software-Update zu veröffentlichen. Die Betreiber der Validatoren seien umgehend angewiesen worden, ihre Systeme zu aktualisieren, um den Neustart des Netzes einzuleiten.

Am 6. Februar um 14:57 Uhr UTC habe das Solana Mainnet Beta die Blockproduktion nach einem erfolgreichen Upgrade auf Version 1.17.20 und einem von den Validator-Betreibern organisierten Cluster-Neustart wieder aufgenommen. Das Unternehmen habe versichert, dass das technische Team die Leistung des Netzwerks während des Wiederherstellungsprozesses genau überwachen werde. Darüber hinaus werde derzeit ein Post-Mortem-Bericht erstellt, der die Ursache des Ausfalls untersuche und nach Fertigstellung über die Kommunikationskanäle von Solana veröffentlicht werde. (09.02.2024/alc/a/a)