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FED-Sitzung lässt sich am besten als Wischiwaschi bezeichnen


03.11.22 16:30
Global X ETFs

New York (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer gestrigen Sitzung beschloss die FED einstimmig ihren Leitzins um 75 Basispunkte anzuheben, was den Markterwartungen entsprach, so die Experten von Global X.

"Dies ist die vierte Anhebung um 75 Basispunkte in Folge, womit sie ihren aggressivsten Straffungszyklus seit den 1980er Jahren fortsetzt", sage Jon Maier, CIO bei Global X. Während die Anhebung selbst den Erwartungen entsprochen habe, hätten die Kommentare der FED jedoch auf einige wichtige Veränderungen hingedeutet.

Die FED habe ihre Absicht bekräftigt, die Leitzinsen weiterhin auf ein ausreichend restriktives Niveau anzuheben, um die Inflation im Laufe der Zeit wieder auf 2 Prozent zu senken. Gleichzeitig sei angedeutet worden, dass die kumulative Straffung der Geldpolitik und die Verzögerungen, mit denen die Geldpolitik die Wirtschaftstätigkeit beeinflusse, genauer berücksichtigt werden würde.

Dies sei eine bedeutende Änderung ihrer bisherigen Strategie, da man die negativen Folgen der strengeren finanziellen Bedingungen für verschiedene Wirtschaftssegmente gesehen habe, insbesondere auf dem zinsempfindlichen Wohnungsmarkt, wo die Hypothekenzinsen auf über 7 Prozent gestiegen seien. Diese steigenden Kreditkosten würden den Hausbesitzern schaden, was sich negativ auf die gesamte Wirtschaft auswirken werde - auch wenn es einige Zeit dauere, bis sich dies bemerkbar mache.

Nun werde die FED möglicherweise eine Anpassung der Erhöhungsrate auf der Dezembersitzung in Erwägung ziehen und ihren Erhöhungszyklus über das erste Quartal 2023 hinaus verlängern. Jerome Powell habe ausdrücklich erklärt, dass es zu verfrüht sei, von der FED eine Pause der Zinserhöhungen zu erwarten. Dies könnte letztlich die Rate auf über 5 Prozent ansteigen lassen. Alles in allem könnte man diese Pressekonferenz vielleicht am besten als Wischiwaschi bezeichnen. (03.11.2022/alc/a/a)