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FED-Aussagen: Weitere Zinserhöhungen bis mindestens Q1 erwartet


03.11.22 13:30
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Sonia Meskin, Head of US Macro von BNY Mellon Investment Management, kommentiert das FED-Meeting vom 2. November 2022.

Am Ende der Pressekonferenz der FED sei die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kaum verändert bei 4,056% gelegen. Der S&P 500 hingegen habe fast ein ganzes Prozent niedriger notiert.

Der einzige bedeutsame Unterschied zu den Aussagen der FED im September sei der Verweis auf "laufende Zinserhöhungen" gewesen, was auf mehrere weitere Erhöhungen über die aktuelle Zinsanhebung hinaus verweise. Die Aussagen zu "kumulativen Straffung" und "geldpolitische Verzögerungen" würden darauf hindeuten, dass die FED Wachstumsbedenken berücksichtige, wenn sich der Leitzins über den "neutralen" Bereich hinaus bewege.

In der Pressekonferenz habe der Vorsitzende Powell keinen Hinweis darauf gegeben, wann die FED plane, das Tempo der Zinserhöhungen zu verringern. Er habe auf den nach wie vor starken US-Arbeitsmarkt und die hohe Inflation im Inland verwiesen, aber auch wirtschaftliche Herausforderungen im Ausland eingeräumt, darunter im Vereinigten Königreich.

Wir interpretieren die FED-Aussagen so, dass wir mit weiteren Zinserhöhungen bis mindestens zum ersten Quartal 2023 rechnen sollten, so die Experten von BNY Mellon Investment Management. Die Experten von BNY Mellon Investment Management sähen die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung der Leitzinsen um 50 Basispunkte auf der Sitzung im Dezember bei 50%. Das passe zu ihrer grundlegenden Prognose, dass die FED den Leitzins im 1. Quartal 2023 bei 4,50% bis 4,75% stabilisieren werde.

Ein langsameres Tempo der Leitzinserhöhungen der FED wäre positiv für Unternehmensanleihen mit hohem Rating und Staatsanleihen. Steigende Leitzinsen wären kein gutes Zeichen für langfristig orientierte Aktienanleger, könnten aber Barmittel und alternative Anlagen begünstigen.

Zu diesen Risiken komme hinzu, dass die Kerninflation das festgelegte Ziel von 2% dauerhaft übersteigen könnte oder dass es zu einer unerwünschten Lockerung der Finanzkonditionen kommen könnte. Weitere Risiken seien Einbrüche der nationalen Arbeitsmärkte oder der weltweiten Finanzierungsbedingungen. (03.11.2022/alc/a/a)