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Eurozone: Zinssenkung im 2. Quartal erscheint als gesetzt


08.02.24 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft war, stagnierte sie gemäß der Erstschätzung im Schlussquartal, so die Analysten von Postbank Research.

Der Gesamt-PMI habe im Januar trotz eines leichten Anstiegs auf 47,9 Punkte im Bereich verharrt, der eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität signalisiere. Mit nun 46,6 nach 44,4 Punkten im Vormonat habe der Industrie-PMI erste Stabilisierungstendenzen gezeigt, während der PMI der Dienstleistungen unerwartet von 48,8 auf 48,4 Punkte nachgegeben habe.

Die Inflationsrate sei im Januar nur von 2,9 auf 2,8 Prozent gesunken. Die Kerninflation habe von 3,4 auf 3,3 Prozent zurückgesetzt. Analysten hätten jeweils einen stärkeren Rückgang erwartet.

EZB-Präsidentin Lagarde habe in Davos betont, dass die EZB vor einer möglichen Zinswende im Sommer zunächst die Entwicklung der Löhne im Auftaktquartal analysieren wolle. Nach der Januar-Sitzung sei sie bezüglich der Unabdingbarkeit dieser Aussage etwas zurückgerudert.

Die Zinsterminmärkte hätten dies als Signal genommen, dass eine zuvor nahezu ausgepreiste erste Zinssenkung bereits im April doch möglich sei und würden diese aktuell mit rund 63 Prozent Wahrscheinlichkeit annehmen. Für das Gesamtjahr würden 125 Basispunkte an Zinssenkungen gepreist. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei von 1,97 Anfang Januar auf 2,37 Prozent zur EZB-Sitzung gestiegen, habe dann aber auf 2,33 Prozent nachgegeben. Auf Sicht von sechs Monaten könnte etwas höher bei rund 2,60 Prozent notieren. (Ausgabe Zinsbulletin Februar 2024) (08.02.2024/alc/a/a)