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Eurozone, die USA und Großbritannien: Die Zinsen steigen überall


09.09.22 12:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Marktteilnehmer hatten die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um 75 Basispunkte weitgehend erwartet - auch wenn die Renditen angesichts des relativ aggressiven Tons von EZB-Präsidentin Christine Lagardes Kommentar noch etwas anstiegen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management.

Mark Dowding rechne mit einer weiteren geldpolitischen Straffung um 125 Basispunkte, verteilt auf die nächsten drei Sitzungen.

In den USA gehe der Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management für die kommenden Monate von einer ähnlichen Entwicklung aus. Es werde allgemein erwartet, dass der FED-Vorsitzende Jerome Powell noch in diesem Monat eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte vornehmen werde, bevor er danach zu einem eher graduellen Ansatz übergehe. Die Daten würden weiterhin auf eine robuste Wirtschaft hindeuten und die Inflationszahlen in der kommenden Woche dürften sich als relativ günstig erweisen.

Während die Renditen der Staatsanleihen relativ stabil geblieben seien, habe die Entwicklung des US-Dollar in den vergangenen Tagen mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der US-Dollar habe gegenüber dem Euro, dem Pfund Sterling, dem Japanischen Yen und einer Reihe anderer Währungen Mehrjahreshöchststände erreicht. Der US-Exzeptionalismus sei nach wie vor der Hauptgrund für die US-Dollarstärke. Während sich das Wachstum weltweit abschwäche, sei die Situation in den USA sowohl absolut als auch relativ nach wie vor hervorragend.

In der Zwischenzeit hätten die Pläne der britischen Regierung, die Gaspreise geringfügig über dem Preisniveau vom April zu deckeln, zu einer erheblichen Korrektur der Inflationsschätzungen für das Land geführt. Statt eines Höchststandes von 18 Prozent im April kommenden Jahres erwarte Mark Dowding von BlueBay Asset Management nun, dass der Verbraucherpreisindex im ersten Quartal 2023 einen Höchststand von unter 12 Prozent erreichen werde. Auch der Wachstumspfad sehe ermutigender aus und die britische Wirtschaft könnte in den kommenden Monaten eher mit einer leichten als mit einer tiefen Rezession davonkommen. Die damit verbundenen fiskalischen Kosten seien jedoch potenziell enorm.

Mark Dowding von BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass die Bank of England noch in diesem Monat die Zinsen um 50 Basispunkte und in den beiden verbleibenden Sitzungen in diesem Jahr um jeweils 25 Basispunkte anheben werde, sodass die Leitzinsen Ende 2022 unter 3 Prozent liegen würden. Das sei wesentlich weniger als an den Futures-Märkten eingepreist.

Die makroökonomischen Aussichten seien nach wie vor unsicher. Nach unserer derzeitigen Einschätzung dürften die Renditen und Spreads nicht weit von dem entfernt sein, was wir als fairen Wert ansehen, so Mark Dowding von BlueBay Asset Management. Vor diesem Hintergrund erscheine es ratsam, das Risiko zu reduzieren und auf sich bietende Gelegenheiten zu warten. Die Volatilität könnte sinken, auch wenn die Unsicherheit nach wie vor groß sei. Wir sind der Meinung, dass wir weitgehend geduldig sein können, bevor wir neue Positionen eingehen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management. (09.09.2022/alc/a/a)