Eurozone: Inflation im Dezember stärker als erwartet abgeschwächt


06.01.23 12:42
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in der Eurozone hat sich im Dezember stärker als erwartet abgeschwächt. so Tim Temp von "Der Aktionär".

Die Verbraucherpreise hätten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,2 Prozent erhöht, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg laut einer ersten Schätzung mitgeteilt habe. Im November habe die Inflationsrate noch bei 10,1 Prozent gelegen.

Der Rückgang sei stärker als erwartet gewesen. Volkswirte hätten im Dezember im Schnitt mit einer Rate von 9,5 Prozent gerechnet. Im Oktober sei die Inflationsrate noch auf einen Rekordwert von 10,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat seien die Verbraucherpreise im Dezember um 0,3 Prozent gesunken.

Die Jahresrate der Kernteuerung ohne Energie und Lebensmittel sei hingegen von 5,0 auf 5,2 Prozent im Dezember gestiegen. Dies sei der höchste Wert seit Einführung des Euro. Volkswirte hätten mit 5,1 Prozent gerechnet. Auf diese Größe würden Ökonomen besonders achten, weil sie einen Hinweis gebe, wie stark die Unternehmen höhere Kosten insbesondere im Energiebereich an die Verbraucher weitergeben würden. Daraus wiederum könnten sich sogenannte Zweitrundeneffekte in Form höherer Lohnforderungen ergeben. Fachleute würden von einer Preis-Lohn-Spirale sprechen.

Nach wie vor würden die Energiepreise am stärksten steigen, allerdings deutlich schwächer als zuletzt. Gegenüber Dezember 2021 hätten sie 25,7 Prozent höher gelegen. Im November habe die Jahresrate noch 34,9 Prozent betragen. Zum Rückgang hätten laut Commerzbank auch die Entlastungsmaßnahmen der deutschen Regierung beigetragen.

Das Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig zwei Prozent werde nach wie vor klar überschritten. Auf ihrer Sitzung im Dezember habe die Notenbank ihr Zinserhöhungstempo verlangsamt und die Leitzinsen um 0,50 Punkte angehoben. Zuvor habe sie zweimal in Folge die Leitzinsen um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Notenbankchefin Christine Lagarde habe jedoch weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt.

Nach Einschätzung von Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen dürfte die EZB ihre Zinserhöhungen fortsetzen, obwohl sich die Gesamtinflation wegen sinkender Energiepreise weiter abschwächen sollte. Denn die unterliegende Teuerung bleibe zunächst hoch. "Wir erwarten den Einlagesatz im Frühjahr bei 3,25 Prozent, wo er danach auch für längere Zeit verharren dürfte", so Solveen. Derzeit liege der derzeit besonders wichtige Einlagensatz bei 2,00 Prozent.

Mit Material von dpa-AFX (06.01.2023/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
8,60 % 10,00 % -1,40 % -14,00% 02.02./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
10,40 % 5,10 %