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Euroraum: Zinserhöhung ante portas


07.06.22 10:41
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Infolge unverändert hoher Inflationsdaten und des anhaltenden Russland-Ukraine-Krieges hat sich der Einkaufsmanagerindex im Euroraum im Mai leicht verschlechtert, so die Analysten von Postbank Research.

Der aggregierte Index sei von 55,8 auf 54,9 Punkte (erste Schätzung) gesunken, wobei sich sowohl der Subindex für den Dienstleistungssektor als auch für die Industrie leicht verschlechtert habe.

Die EWU-Inflation habe auch im Mai mit überraschend hohen 8,1 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht. Auch die Veränderungsrate der Kerninflation habe unerwartet stark auf 3,8 Prozent zugelegt. Der Preisdruck verbreitere und verstärke sich.

Sowohl EZB-Präsidentin Christine Lagarde als auch Chefvolkswirt Philip Lane hätten die Erwartung zweier Zinsschritte im Juli und September geäußert, sodass der Einlagenzinssatz zum Ende des dritten Quartals aus dem negativen Bereich gestiegen sein werde. Während beide graduelle Zinsschritte um jeweils 25 Bp bevorzugen würden, würden sich die Stimmen aus dem EZB-Rat mehren, die kräftigere Zinsschritte fordern würden. Im September könnte deshalb durchaus auch ein größerer Zinsschritt erfolgen.

Die Rendite 10-jähriger Bunds sei zuletzt weiter gestiegen und habe dabei mit 1,23 Prozent den höchsten Stand seit 2015 erreicht. Auf Sicht von sechs Monaten könnte sie von aktuell 1,26 Prozent (Stand: 03.06.2022) weiter auf 1,55 Prozent steigen. (Zinsbulletin Juni 2022) (07.06.2022/alc/a/a)